Mittwoch, 20. September 2006
Mystikpilger
epiphanius, 15:38h
Ein Mensch der in Seinem Vertrauen geht, der ist ein Weltüberwinder. Darin liegen mir sprachlich kaum auslotbare Bedeutungen. Wir, die wir solche Erfahrungen machen durften, können nur mehr oder weniger das Phänomenologische dazu berichten und ja, es auch aus der Intuition des Glaubens heraus dem Metaphysischen und Mythologischen unserer Christusbotschaften zuordnen.
Zuordnung dieser Art lautet mir: Dass Sein Angesicht sichtbar wird in solcher Begegnung der Menschen. Wo das Menschenkind arm im Weltgeiste ist, ist Raum für Ihn. Sorget Euch nicht, denn Er weiß wessen ihr bedürft. Gibt es einen wundervolleren Trost?
Der Wanderer in Ihm ist ein Bote und ein Zeugnis Seines Reiches. Er wundert sich immer wieder über seine Fügungen; wie er Menschen als Seine Engel zu dir führt, wie Er dich als Engel zu den Menschen führt, wie er Seine Kinder zueinander führt.
Der Mensch ist berufen ... Ihn geschehen zu lassen; den kleinlichen, ängstlichen, zaudernden; sich nach seinen Vorstellungen berechnenden, planenden, organisierenden; den sich absichernden Weltmensch in sich zu relativieren ... jenseits dieses Weltmenschen geschieht und zeigt Er dir die Macht Seines Reiches.
Je mehr der Weltmensch sich zurücknehmen kann, je mehr hat er Anteil an Ihm. Egoistisches Verhalten, ja, wie töricht ist es aus dieser Perspektive.
Und doch muß ich sagen, trotz der Herrlichkeit dieses nun intuitiven Deutens meiner Erfahrungen, war es mir auf meinem Weg mit Ihm oft auch schwer von meinem schwachen starken Weltich zu lassen. Oft habe ich mich eben auch nicht getraut darauf zu vertrauen, das Er ein Probleme lösen würde.
Ich habe immer versucht mich in dem Maße zu organisieren, wie es in meinen Möglichkeiten stand; den Tag und die Wanderstrecke überschauend, dass mir mögliche zur Selbstversorgung getan. Dieses mir Mögliche war aber natürlich viele viele Male nicht adäquat; dann dennoch weiter zu gehen, erlebte ich meine Inadäquatheit immer wieder von Ihm ergänzt. So dass Er ermöglichte, was nach Menschenermessen im Nachhinein wie unmöglich schien. Das Er auch die Probleme löste, die mir garnicht gewärtig waren. Das er mir den Weg zeigte, wenn ich keinen mehr fand. Oder, dass er mir bessere und schönere Wege zeigte, die ich nie gefunden hätte. Oder mich mit Dingen versorgte, an deren Notwendigkeit ich bis dahin noch nicht gedacht hatte.
Ihn geschehen lassen, Sein Wirken in Dankbarkeit annehmen könne, sich selbst zurücknehmen, dass ist der Juwel der echten Demut. Das ist Sein Kleid, Sein Schutz, Sein Licht, Seine Kraft und Seine Herrlichkeit.
Als Wander in Ihm wurde ich mir in meinen besten Zeiten dessen tatsächlich auch immer wieder bewußt. In diesem Bewußtsein lag eine besondere Stärke. Ja, darin lag, man muß sich dass hier als in Bescheidenheit vorstellen, so etwas wie eine Ausstrahlung, ein Sendungsbewußtsein, das Gespür einer inneren Mission ... dieses Bewußtsein war auch entstanden aus den Reflektionen in den Begegnungen; also, nicht in Selbsterbauung, sondern durch Bedeutungen in Gespräch und Spiegelung im Menschen gegenüber.
Das mag schwärmerisch klingen. Im Leben jedoch ging es ganz real und nüchtern zur Sache, auch ohne die Herzensöffnung durch proaktives Gottpalaver. Zeugnis meines Glaubens zu geben war mir eine stille Freude; jedoch, es geschah meist nur in natürlichen, schlichten, wenigen und dem Gegenüber bemessenen Worten ... wenn es sich in einem Gespräch auch anbot.
Hier noch ein wenig Erzählen. Ich war in Frankreich auf dem Jakobsweg. Anfang November des Jahres 2000, ab Le Puy en Velay, war ich mehrmals zwei jungen Deutschen begegnet, die sich vorgenommen hatten, ohne Geld nach Santiago und Finisterra zu wandern.
Sie trugen schwere Didgeridoos an ihren Rucksäcken und machten ab und an in den Städten Musik; bekamen so ein wenig Geld zusammen. Der eine von ihnen sprach Französisch und brachte es über das Herz hin und wieder in Bäckereien und Hotels um Brot und Essen zu bitten. Oft kam er dabei auch etwas angeknackst und leerer Hände zurück. Nicht überall konnten sie Musik machen. Sie kamen so mal gut, mal recht und mal schlecht über die Runden.
Bei unserer wohl vierten Begegnung ging es ihnen eher schlecht. Es war dies in der südfranzösischen Stadt Chaors. Ich hatte hier um Spenden gesessen und einen für mich ungewöhnlich großen Geldbetrag beisammen. Ich bot ihnen an doch nun ein wenig zusammen zu gehen. So taten wir es. Ich glaube wir wanderten ab da etwa zwei Wochen gemeinsam. Ich kaufte in der Regel das Gros der Lebensmittel für uns drei, wir hatten keinen Mangel, wir hatten eine wunderschöne Zeit.
So zu dritt kann der Weg wahrhaft fantastisch sein. Ich erlebte, dass diese kleine Gemeinschaft so zu sagen das Leben puschte.
So war es in dieser Konstellation auch einmal eine stille, starke Freude, uns abends inmitten einer mittelalterlichen Kleinstadt namens Auvillar unter dem, nach allen Seiten offenen Dach einer Markthalle zur Nacht zu plazieren; da auf dem Spirituskocher unser Kuskus zu bereiten und dabei den neugierigen Wunderaugen und Ohren der Kindern noch eine Musikvorstellung zu bieten. Die Krönung war anderntags eine großzügige Einladung zum Frühstück in der Nachbarschaft.
Wenn das Geld zuneige ging, saß oder stand ich weiterhin in irgendeiner Stadt und bekam nun erstaunlicherweise immer genug, dass es für uns Drei reichte, auch in einem geradezu Menschenleeren Ort geschah es einmal so.
Nun kamen aber auch gewisse Spannungen auf. Die beiden hielten nichts vom Glauben. Für mich war eine daraus resultierende Folge, dass es ihnen zunehmend schwerer fiel, diese Seine Dauerproviantierung durch mich anzunehmen. Ich war viel älter als sie und zu oft meinen meist kompetenteren Direktiven folgen zu müssen, ging ihnen dann halt auch auf die Nerven.
Sie haben es natürlich auch ohne mich nach Finisterra geschaft und waren sogar etwas schneller als ich in Santiago. So durfte ich unterwegs immer wieder ihren kleine Lebenszeichen, Nachrichten und Grüßen begegnen. Tobias und Max hießen die Beiden und sie kamen glaube ich aus Detmold. Die Externsteine waren ihnen zuhause ein mit viel Bedeutung behafteter Treffpunkt gewesen.
Zuordnung dieser Art lautet mir: Dass Sein Angesicht sichtbar wird in solcher Begegnung der Menschen. Wo das Menschenkind arm im Weltgeiste ist, ist Raum für Ihn. Sorget Euch nicht, denn Er weiß wessen ihr bedürft. Gibt es einen wundervolleren Trost?
Der Wanderer in Ihm ist ein Bote und ein Zeugnis Seines Reiches. Er wundert sich immer wieder über seine Fügungen; wie er Menschen als Seine Engel zu dir führt, wie Er dich als Engel zu den Menschen führt, wie er Seine Kinder zueinander führt.
Der Mensch ist berufen ... Ihn geschehen zu lassen; den kleinlichen, ängstlichen, zaudernden; sich nach seinen Vorstellungen berechnenden, planenden, organisierenden; den sich absichernden Weltmensch in sich zu relativieren ... jenseits dieses Weltmenschen geschieht und zeigt Er dir die Macht Seines Reiches.
Je mehr der Weltmensch sich zurücknehmen kann, je mehr hat er Anteil an Ihm. Egoistisches Verhalten, ja, wie töricht ist es aus dieser Perspektive.
Und doch muß ich sagen, trotz der Herrlichkeit dieses nun intuitiven Deutens meiner Erfahrungen, war es mir auf meinem Weg mit Ihm oft auch schwer von meinem schwachen starken Weltich zu lassen. Oft habe ich mich eben auch nicht getraut darauf zu vertrauen, das Er ein Probleme lösen würde.
Ich habe immer versucht mich in dem Maße zu organisieren, wie es in meinen Möglichkeiten stand; den Tag und die Wanderstrecke überschauend, dass mir mögliche zur Selbstversorgung getan. Dieses mir Mögliche war aber natürlich viele viele Male nicht adäquat; dann dennoch weiter zu gehen, erlebte ich meine Inadäquatheit immer wieder von Ihm ergänzt. So dass Er ermöglichte, was nach Menschenermessen im Nachhinein wie unmöglich schien. Das Er auch die Probleme löste, die mir garnicht gewärtig waren. Das er mir den Weg zeigte, wenn ich keinen mehr fand. Oder, dass er mir bessere und schönere Wege zeigte, die ich nie gefunden hätte. Oder mich mit Dingen versorgte, an deren Notwendigkeit ich bis dahin noch nicht gedacht hatte.
Ihn geschehen lassen, Sein Wirken in Dankbarkeit annehmen könne, sich selbst zurücknehmen, dass ist der Juwel der echten Demut. Das ist Sein Kleid, Sein Schutz, Sein Licht, Seine Kraft und Seine Herrlichkeit.
Als Wander in Ihm wurde ich mir in meinen besten Zeiten dessen tatsächlich auch immer wieder bewußt. In diesem Bewußtsein lag eine besondere Stärke. Ja, darin lag, man muß sich dass hier als in Bescheidenheit vorstellen, so etwas wie eine Ausstrahlung, ein Sendungsbewußtsein, das Gespür einer inneren Mission ... dieses Bewußtsein war auch entstanden aus den Reflektionen in den Begegnungen; also, nicht in Selbsterbauung, sondern durch Bedeutungen in Gespräch und Spiegelung im Menschen gegenüber.
Das mag schwärmerisch klingen. Im Leben jedoch ging es ganz real und nüchtern zur Sache, auch ohne die Herzensöffnung durch proaktives Gottpalaver. Zeugnis meines Glaubens zu geben war mir eine stille Freude; jedoch, es geschah meist nur in natürlichen, schlichten, wenigen und dem Gegenüber bemessenen Worten ... wenn es sich in einem Gespräch auch anbot.
Hier noch ein wenig Erzählen. Ich war in Frankreich auf dem Jakobsweg. Anfang November des Jahres 2000, ab Le Puy en Velay, war ich mehrmals zwei jungen Deutschen begegnet, die sich vorgenommen hatten, ohne Geld nach Santiago und Finisterra zu wandern.
Sie trugen schwere Didgeridoos an ihren Rucksäcken und machten ab und an in den Städten Musik; bekamen so ein wenig Geld zusammen. Der eine von ihnen sprach Französisch und brachte es über das Herz hin und wieder in Bäckereien und Hotels um Brot und Essen zu bitten. Oft kam er dabei auch etwas angeknackst und leerer Hände zurück. Nicht überall konnten sie Musik machen. Sie kamen so mal gut, mal recht und mal schlecht über die Runden.
Bei unserer wohl vierten Begegnung ging es ihnen eher schlecht. Es war dies in der südfranzösischen Stadt Chaors. Ich hatte hier um Spenden gesessen und einen für mich ungewöhnlich großen Geldbetrag beisammen. Ich bot ihnen an doch nun ein wenig zusammen zu gehen. So taten wir es. Ich glaube wir wanderten ab da etwa zwei Wochen gemeinsam. Ich kaufte in der Regel das Gros der Lebensmittel für uns drei, wir hatten keinen Mangel, wir hatten eine wunderschöne Zeit.
So zu dritt kann der Weg wahrhaft fantastisch sein. Ich erlebte, dass diese kleine Gemeinschaft so zu sagen das Leben puschte.
So war es in dieser Konstellation auch einmal eine stille, starke Freude, uns abends inmitten einer mittelalterlichen Kleinstadt namens Auvillar unter dem, nach allen Seiten offenen Dach einer Markthalle zur Nacht zu plazieren; da auf dem Spirituskocher unser Kuskus zu bereiten und dabei den neugierigen Wunderaugen und Ohren der Kindern noch eine Musikvorstellung zu bieten. Die Krönung war anderntags eine großzügige Einladung zum Frühstück in der Nachbarschaft.
Wenn das Geld zuneige ging, saß oder stand ich weiterhin in irgendeiner Stadt und bekam nun erstaunlicherweise immer genug, dass es für uns Drei reichte, auch in einem geradezu Menschenleeren Ort geschah es einmal so.
Nun kamen aber auch gewisse Spannungen auf. Die beiden hielten nichts vom Glauben. Für mich war eine daraus resultierende Folge, dass es ihnen zunehmend schwerer fiel, diese Seine Dauerproviantierung durch mich anzunehmen. Ich war viel älter als sie und zu oft meinen meist kompetenteren Direktiven folgen zu müssen, ging ihnen dann halt auch auf die Nerven.
Sie haben es natürlich auch ohne mich nach Finisterra geschaft und waren sogar etwas schneller als ich in Santiago. So durfte ich unterwegs immer wieder ihren kleine Lebenszeichen, Nachrichten und Grüßen begegnen. Tobias und Max hießen die Beiden und sie kamen glaube ich aus Detmold. Die Externsteine waren ihnen zuhause ein mit viel Bedeutung behafteter Treffpunkt gewesen.
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