Mittwoch, 20. September 2006
Almosen
epiphanius, 15:37h
Ja, die Almosen habe ich schon auch oft mit Strassenbrüdern, insbesondere gerne in Form gemeinsamer Essen geteilt.
Unterwegs einem Strassenbruder etwas zu schenken, war mir auch Solidaritätserklärung und Bestärkung. Ein Gespräch unter Straßenbrüdern ist in solcher Situation oft nicht angezeigt, er bekommt während dieser Zeit in der Regel überhaupt keine Spenden mehr.
Wenn dieser Strassenbruder ein Alkoholiker ist, dann ist bezüglich eines Gespräches mit ihm sowieso Vorsicht geboten. Er kann oft nicht mehr zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden und nutzt dann die Gutmütigkeit des Menschen wahrhaft schamlos und ausgebufft aus. Es braucht dann schon etwas Erfahrung und Menschenkenntnis um mit ihm einen „unbeschadeten“ Umgang zu überstehen.
Ein Strassenbruder, der passiv mit einer Schale an eine Ecke steht oder auf dem Trottoir sitzt, ist mir immer ein Hoffnungsschimmer. Ich bin unterwegs so vielen Menschen begegnet, die das nicht über sich brachten und nun auf abenteuerlichen Wegen versuchten an Geld zu kommen. Da wird mit fantastischen Geschichten social engineering betrieben und damit das Vertrauen und die Wahrhaftigkeit der Menschen untergraben. Hier sollte der Mensch natürlich auch Nachsicht haben, aber, es ist schon etwas bitter, auf solche Weisen Hilfe zu leisten. Schließlich gibt es ja auch noch die Vielen, die eben dann glauben Diebstahl begehen zu müssen.
Es ist ja ein hoch kontroverses Thema in der Gesellschaft. Die bürgerlichen Moralvorstellungen gebieten es jedem, sich selbst von seiner Werktätigkeit zu versorgen. Es ist auch für den Menschen normalerweise psychologisch unbedingt empfehlenswert dies zu tun. Allerdings ist damit eben auch oft eine falsches und übersteigertes Selbstwertgefühl verbunden; so dass ich denke, es wäre für viele Menschen ausgesprochen heilsam, einmal eine Zeit lang die Erfahrung des Almosenempfängers zu machen.
In unserer Zeit, der vielfach unfreiwilligen Arbeitslosigkeit und damit der staatlichen Alimentierung, ist es ja so, dass der Arbeitslose sich in dieser Situation oft auch selbst sinnvolle Aufgaben verordnet; das finde ich, ist auch das Beste was er machen. Wenn die Regierung die Arbeitslosen endlich entstigmatisieren und nicht weiter wie Sklaven behandeln würde, wäre das mir die Hoffnung auf einen aufblühenden Kulturstaat.
Selbst Paulus hat sich ja nicht mehr getraut vom Gotteslohn zu leben, so wie zuvor die mit dem Spruch ... der Arbeiter ist seines Lohnes Wert ... ausgesandten Jünger Jeshuas.
Für mich hatte ich zu der Entscheidung gefunden, mich bewußt solcherart in diese weitgehende Abhängigkeit von der Gnade Gottes zu begeben; das ist mir in der Anfangszeit enorm schwer gefallen. Später empfand ich es als einen sehr großen Seegen, diesen Schritt getan zu haben.
Natürlich, ich empfand mich auf einem spirituellen Weg und im spirituellen Werk; ohne jedoch mich als etwas Besseres als den Strassenbruder zu empfinden. Ich habe nie um irgend ein Mitleid gebuhlt, oder mein Stillhalten als ein tatsächliches aktives Betteln empfunden. So war mir die Würde des Menschen auch nicht angekratzt und wer mir etwas schenkte, der gab es überwiegen völlig frei aus einer Sympathie heraus und das war dann auch nicht selten nur etwas Geld, sondern auch liebevolles, bestärkendes, freundliches Wort und Respekterweis. Ich glaube schon, dass ich in dieser Beziehung oft ein etwas besonderes Klientel hatte.
So habe ich auch in den ganzen Jahren weniger als eine Handvoll negativer Reaktionen erlebt. Natürlich, aus meinen Erfahrungen könnte ich auch eine kleine Psychologie des Spendengebens auf der Strasse schreiben. Die Motive können ja höchst unterschiedlich sein; ebenso wie die Motive oder Hintergründe der Menschen, die von Almosen leben.
Neben den Motiven gibt es dabei auch das Heilige Drama, eine Art von Mysterium, dass geschieht oder nicht geschieht. Eine Spende als die Gabe Gottes überbracht durch einen seiner Engel annehmen zu könne; solcherart bleiben beide als Mensch frei und nicht nur unbeschädigt, sondern sie finden sich auch zu Ihm erhoben.
Dass es in unserem fortschrittlichen Europa immer noch einige Länder gibt, die auch das passive Stehen oder Sitzen mit einem Sammelgefäß kriminalisieren finde ich eine Schande. Es beraubt den Bürger seiner letzten Station der Freiheit und treibt ihn in die Illegalität. Natürlich gibt es auch hier wie überall Auswüchse; so der bandenmäßige Mißbrauch von Kindern, der nicht geduldet werden darf.
Unterwegs einem Strassenbruder etwas zu schenken, war mir auch Solidaritätserklärung und Bestärkung. Ein Gespräch unter Straßenbrüdern ist in solcher Situation oft nicht angezeigt, er bekommt während dieser Zeit in der Regel überhaupt keine Spenden mehr.
Wenn dieser Strassenbruder ein Alkoholiker ist, dann ist bezüglich eines Gespräches mit ihm sowieso Vorsicht geboten. Er kann oft nicht mehr zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden und nutzt dann die Gutmütigkeit des Menschen wahrhaft schamlos und ausgebufft aus. Es braucht dann schon etwas Erfahrung und Menschenkenntnis um mit ihm einen „unbeschadeten“ Umgang zu überstehen.
Ein Strassenbruder, der passiv mit einer Schale an eine Ecke steht oder auf dem Trottoir sitzt, ist mir immer ein Hoffnungsschimmer. Ich bin unterwegs so vielen Menschen begegnet, die das nicht über sich brachten und nun auf abenteuerlichen Wegen versuchten an Geld zu kommen. Da wird mit fantastischen Geschichten social engineering betrieben und damit das Vertrauen und die Wahrhaftigkeit der Menschen untergraben. Hier sollte der Mensch natürlich auch Nachsicht haben, aber, es ist schon etwas bitter, auf solche Weisen Hilfe zu leisten. Schließlich gibt es ja auch noch die Vielen, die eben dann glauben Diebstahl begehen zu müssen.
Es ist ja ein hoch kontroverses Thema in der Gesellschaft. Die bürgerlichen Moralvorstellungen gebieten es jedem, sich selbst von seiner Werktätigkeit zu versorgen. Es ist auch für den Menschen normalerweise psychologisch unbedingt empfehlenswert dies zu tun. Allerdings ist damit eben auch oft eine falsches und übersteigertes Selbstwertgefühl verbunden; so dass ich denke, es wäre für viele Menschen ausgesprochen heilsam, einmal eine Zeit lang die Erfahrung des Almosenempfängers zu machen.
In unserer Zeit, der vielfach unfreiwilligen Arbeitslosigkeit und damit der staatlichen Alimentierung, ist es ja so, dass der Arbeitslose sich in dieser Situation oft auch selbst sinnvolle Aufgaben verordnet; das finde ich, ist auch das Beste was er machen. Wenn die Regierung die Arbeitslosen endlich entstigmatisieren und nicht weiter wie Sklaven behandeln würde, wäre das mir die Hoffnung auf einen aufblühenden Kulturstaat.
Selbst Paulus hat sich ja nicht mehr getraut vom Gotteslohn zu leben, so wie zuvor die mit dem Spruch ... der Arbeiter ist seines Lohnes Wert ... ausgesandten Jünger Jeshuas.
Für mich hatte ich zu der Entscheidung gefunden, mich bewußt solcherart in diese weitgehende Abhängigkeit von der Gnade Gottes zu begeben; das ist mir in der Anfangszeit enorm schwer gefallen. Später empfand ich es als einen sehr großen Seegen, diesen Schritt getan zu haben.
Natürlich, ich empfand mich auf einem spirituellen Weg und im spirituellen Werk; ohne jedoch mich als etwas Besseres als den Strassenbruder zu empfinden. Ich habe nie um irgend ein Mitleid gebuhlt, oder mein Stillhalten als ein tatsächliches aktives Betteln empfunden. So war mir die Würde des Menschen auch nicht angekratzt und wer mir etwas schenkte, der gab es überwiegen völlig frei aus einer Sympathie heraus und das war dann auch nicht selten nur etwas Geld, sondern auch liebevolles, bestärkendes, freundliches Wort und Respekterweis. Ich glaube schon, dass ich in dieser Beziehung oft ein etwas besonderes Klientel hatte.
So habe ich auch in den ganzen Jahren weniger als eine Handvoll negativer Reaktionen erlebt. Natürlich, aus meinen Erfahrungen könnte ich auch eine kleine Psychologie des Spendengebens auf der Strasse schreiben. Die Motive können ja höchst unterschiedlich sein; ebenso wie die Motive oder Hintergründe der Menschen, die von Almosen leben.
Neben den Motiven gibt es dabei auch das Heilige Drama, eine Art von Mysterium, dass geschieht oder nicht geschieht. Eine Spende als die Gabe Gottes überbracht durch einen seiner Engel annehmen zu könne; solcherart bleiben beide als Mensch frei und nicht nur unbeschädigt, sondern sie finden sich auch zu Ihm erhoben.
Dass es in unserem fortschrittlichen Europa immer noch einige Länder gibt, die auch das passive Stehen oder Sitzen mit einem Sammelgefäß kriminalisieren finde ich eine Schande. Es beraubt den Bürger seiner letzten Station der Freiheit und treibt ihn in die Illegalität. Natürlich gibt es auch hier wie überall Auswüchse; so der bandenmäßige Mißbrauch von Kindern, der nicht geduldet werden darf.
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