Mittwoch, 20. September 2006
Kailalama & Epiphanius V 0.7
Lieber Epi,

Ist es nicht so das ein Jeder von uns ein Gott ist!!!
Gott ist in mir, ich bin in Gott

Lieber Kailalama,

ja, auch mein mythologisches Verständnis ist es, dass Gott in aller Schöpfung ist und Außerhalb.

Ich würde sagen, wenn wir unser Gegenüber schon nicht lieben können, dann sollten wir ihn tatsächlich mit einem Respekt behandel, als wäre er eine Verwirklichung der Gottnatur im Menschen. Die Buddhisten sprechen ja auch von der Buddhanatur im Menschen und grüßen sich in jener wunderschönen, respektvollen Haltung der zusammengelegten Hände.

Jesu Worte: ›Was Du einem der Geringsten getan hast, das hast Du für mich getan‹.

Dahinter steckt mir auch das Verständnis, das Gott in jedem Menschen ist; jedoch, er betont den Aspekt der Nächstenliebe. Die Menschen neigen ja nur allzu gern dazu einen Erleuchteten, einen Reichen oder Schönen oder Autoritären Mitmenschen zu achten; aber die Gottnatur auch im Armen, im Leidenden, im Hässlichen, im Ausgestoßenen zu sehen, das fällt vielen Menschen schwer.

Das kommt aber auch daher, weil der Mensch von Gott oder seiner Gottnatur abgefallen ist. ›Suchet zuerst das Reich Gottes und alles andere wird Euch gegeben werden‹. Ein Schlüsselsatz des Neuen Testamentes!

Hier ist die Hinwendung zu Gott, zu der dem Menschen eigenen Gottnatur gemeint. Wer Gott tagtäglich sucht, z.B. in Form einer Stillen Zeit, in der Demut der Meditation, im Gebet, im Wort, im Leben einer Glaubensgemeinschaft, im Sabbat und im Fasten, in der Nächstenliebe und in der Hingabe an eine erfüllende Arbeit, der geht nicht nur in Seine Gottnatur ein, sondern er erkennt auch die Gottnatur in allen Menschen um ihn herum; er sieht und fühlt sich selbst in ihnen, auch im Armen und Schmutzigen und Hässlichen.

Er lebt darin völlig natürliche Liebe, Mitgefühl und Mitleid und Hilft daraus wo er kann. Dieses Erkennen der Gottnatur erstreckt sich dann aber auch auf die ganze Schöpfung. Das heisst also, hier ist nun alles durch die Verwirklichung der Gottnatur zu einem Reich Gottes verwandelt worden.

Zitat Kai: ›Glaube versetzt Berge.‹

Das Glaubensleben versetzt oder ersetzt aus dieser Perspektive tatsächlich auch eine ganze Welt. Menschen in ihrer Gottnatur, in ihrem Glaubensleben, in ihrer Nachfolge Jesu, erleben ganz ausserordentliche Begebenheiten und wirken Ausserodentliches; Gott ist mit ihnen.

Zitat Kai: ›Gedanken sind reine Energie.‹

Weltliche Gedanken können dich des Reiches Gottes verlustig führen. Deswegen sind ja auch alle religiösen Übungen damit verbunden, die Sphäre der Weltlichen Gedanken zur Ruhe zu bringen, zu überwinden oder zu beherrschen.

Jesu Worte: ›ich bin das Licht der Welt!‹

Über der Sphäre der Gedanken, die im Tibetischen Buddhismus mit der Sphäre der fruchteinflüssenden Gottheiten charakterisiert wird, steht das helle weisse, klare, vibrierende Licht der Erlösung.

Wenn wir einmal unsere heutige Zeit in ihrer technologischen Entwicklung betrachten, dann könnten wir sagen, dass wir mit den Auswirkungen unserer Gedanken tatsächlich die Welt revolutionieren. Wir haben den motorisierten Verkehr, die Luftfahrt, die Raumfahrt, die Elektrifizierung, Argarindustrie, Medizinkomplexe, die Atommächte ... das alles und noch viel mehr; ja, wir haben tatsächlich ganze Berge versetzt.

Das bedeutet aber auch, das wir uns in diese menschgemachte Welt immer mehr verstricken, immer mehr von uns in sie hineingeben müssen und von unseren eigenen, von den Gedanken produzierten Welten abhängig werden; in dieser von Menschen gemachten Gedankenwelt Kriege führen und, wie es zur Zeit aussieht, den Globus in eine ökologische Katastrophe fahren.

Das Denken revolutioniert aber nicht nur alles in der Außenwelt; es gestaltet auch die Innenwelt, das Selbstverständnis, das Weltbild. Die Sozialisation, die Erziehung, die Schule, die Medien, die Politik, die Kultur, die Werbung, alles sind Bereiche, die auch die Innenwelt, das Selbstverständnis des Menschen prägen.

Und diese Selbstprägung geschieht heute überwiegend in einer intellektuellen, wissenschaftlichen, rationalistischen Weise. Der inner Kern des Menschen, seine Gottnatur spielt immer weniger eine Rolle. ... Siehst Du, worauf ich hinaus will?

Es ist von ungeheurer Wichtigkeit wie und was wir denken. Wo wir unseren Platz sehen, in dieser vom Menschen gemachten Welt oder im Reich Gottes.

Zitat Jesus: ›Ich bin nicht von dieser Welt!‹

Zitat Kai: ›Die Welt ist nicht gut oder böse.‹

Die Mächte des Lichts und der Dunkelheit!

Zitat Kai: ›Die Welt ist das was wir daraus machen.‹

Alles was Du machen kannst ist, dich Gott zuzuwenden, ein Gott gefälliges Leben zu führen; der Rest geschieht aus seiner Gnade; das heist, Du begreift alles Andere als von ihm ausgehend, von ihm gegeben, von Ihm gehalten, als von ihm geführt.

Alle selbstherrlichen Werke und Reiche des Menschen wurden von Gott der Zerstörung anheim gegeben!

Das heißt, wenn die Menschheit zu einem Punkt kommt, an dem sie sagt: es gibt gar keinen Gott, er ist eine Erfindung des Menschen, wir können mehr als Gott, unsere Sozialleistungen sind unvergleichlich viel mehr als Gottes Barmherzigkeit, seht doch nur was wir erreicht haben, was wir vermögen, dann ist die Zeit unseres Gerichts gekommen.

In dieser Logik kann es also auch nur heißen, das wir die positiven zivilisatorischen Entwicklungsleistungen als von Gott, als von seiner Gottnatur gestiftet betrachten müssen. Unser Denken, die Kraft unseres Intellekt und unserer Revolutionen sind als die Gaben Gottes zu sehen.

Zitat Kai: ›Gott hat die Macht die Welt zu verändern...also wir alle.‹

Ja, jedoch nur in der Gottesnatur geschieht das rechte Denken und Tun!

Zitat Kai: ›Liebe und herzliche Grüße

KaiderwodieEltliebt‹

Seine Liebe Bruder Kai! Sein Licht!

P.s.: Der Mensch in Seiner Gottnatur begreift sich bei den Christen als Gottes Kind. Für seine Kinder ist Gott in der Hauptsache in ihrer Gemeinschaft als das allmächtige Wirken seines Wortes, seiner Gnade, seines Segens, seines heiligen Geistes und seiner Liebe gegenwärtig. Während die Buddhisten wohl mehr durch individuelles Streben in ihre Buddhanatur eingehen.

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