Mittwoch, 20. September 2006
Gottsuche
Hier Worte über ein Zuflucht Suchen bei Gott in einer Form, die durch das Zazen Sitzen mit einem Meditationshocker inspiriert ist.

So zu Sitzen steht für eine relativ strenge, disziplinierte und sehr bewußte Haltung. Diese Strenge scheint mir nötig. Der Mensch ist ja auch in seinem Tageserleben sehr oft in anspruchsvolle, energetisch und psychisch schwer belastende Zustände involviert; da wieder herauszukommen wird nicht immer auf der Couch gelingen.

An der äußeren Form wichtig ist mir eigentlich nur das regelmäßige aufrechte Sitzen; langsam zu immer längeren Zeiten kommend; sich dabei geistig aller Aktivität zu enthalten; die Gedanken kommen und gehen zu lassen; vielleicht auch den Atem zu beobachten und sich im Solar Plexus zu zentrieren. Es stellt sich dabei eine Stillung oder Befriedung des weltlichen Denkens ein.

Das ist es, das zur Ruhe kommen. In dieser Ruhe entwickelt sich ein Bewußtsein des Ganzheitlichen Menschen, ein Bewußtsein seiner Gottnatur. Diese sich einstellende Stille des weltlichen Denkens zuzulassen ist mir wie eine Verneigung vor Gott; eine unbewußte Demutshaltung.

Die Substanz des illusionären, sich selbst reduzierenden Ichs, ist hauptsächlich in dieser Sphäre des weltlichen Denken lokalisiert. Wenn die Ruhe eintritt wird die Illusion erlöst und du wirst langsam Seines Reiches Gewahr.

Alle weitere Methaphysik um das Zazen ist vollkommen überflüssig, ja sogar schädliche Ablenkung. Diese Zuchfluchtsuche in des Menschen Gottnatur ist nicht einer bestimmten Religion zugehörig, aber Du erfährst selbst nach und nach ein genuines Verständnis für die mythologische oder religiöse Sphäre, also für das Reich Gottes.

Ja, wichtig ist mir noch das Sitzen mit nüchternem Magen, da kommst Du besser zur Ruhe.

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