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Mittwoch, 20. September 2006
Die Hure Babylon V 0.8
Ja, ich versuche mich hier an einer Standortbestimmung; so zu sagen, an einer kleinen Metaphysik des Globus.

Die Welt, wie schon in der Schöpfungsgeschichte, in Licht und Dunkelheit, in die Lichten Kräfte und in die Dunklen Mächte zu scheiden, erscheint mir auch jenseits eines Gottglaubens ein ganz eleganter Geistesschritt.

Die humanistischen Gesetze, angefangen von unseren 10 Geboten, bis zu unserem Grundgesetz, dienen abstrahiert betrachten dem Frieden, der Gerechtigkeit, der sozialen Verantwortung; sie sind die Platzhalter für Ethik, Moral, Freiheit und Menschenwürde und solcherart ganz klar als den lichten Kräften zuzuordnen.

In diesem Schema ist mir das Wirtschaftsleben des Menschen und seine immanenten Regulatorien, wie Marktgesetze, Wettbewerb und freier Handel von nachgeordneter Wertigkeit, also eine schon etwas dunklere Materie.

Heute sehe ich mich mit einer Welt konfrontiert, in der die Regulatoren des Wirtschaftslebens sich anschicken, die humanistischen Gesetze zu verwässern, also zu verdunkeln.

Die so genannte freie Marktwirtschaft agiert weitgehend enthemmt; sie beruft sich auf systemimmanente Zwänge; so die Globalisierung, die Konkurrenz am Weltmarkt, auf eine Notwendigkeit des kontinuierlichen Wirtschaftswachstums; auf die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Mit diesen systemimmanenten Zwängen infiltriert und verändert sie die Politik der Regierungen und ihre Gesetzgebungen. Das Hauptmotiv der Wirtschaft jedoch wird regelmäßig verschwiegen, es ist das der Kapitalvermehrung.

Die Ursache ist die Gier des Menschen. Sie bedeutet, dass er mit dem Wirtschaften keine höheren Werte verfolgt, als die Mehrung seines Wohlstands, seines Reichtums und seiner Macht. Das ist die Anbetung eines Götzen, eines falschen Gottes. Dieses Marktwirtschaftliche System ursurpiert heute massiv das Gemeinwohl. Es schleicht sich ein in die Politik und verändert die Regeln des Gemeinwohls zugunsten seiner Interessen.

Die ursprünglichen Motoren des Wirtschaftens waren einmal die Sicherung von Nahrung, Kleidung und Wohnung.

Diese Motoren haben sich verwandelt. Die Wirtschaft ist heute nicht angetrieben vom Motiv der Grundversorgung des Menschen, sondern von der Mehrung des Kapitals.

Diese Kapitalvermehrung ist ein so starker Motor, dass er die Wirtschaftsräder immer schneller dreht.

Er verkehrt nun die Grundintention des Lebenserhalts und der Lebenssicherung in einen Lebensverbrauch.

Lebensverbrauch insofern, als er weltweit tiefgreifende Schäden am Ökosystem verursacht; insofern er die Grundversorgung in eine immer stärkere Überversorgung treibt; insofern er den Menschen in einen homo consumere verwandelt und in immer neuen Rationalisierungsschüben von immer weniger Menschen immer mehr Leistung verlangt.

In Deutschland haben wir heute genau diese Situation. Die Arbeitnehmer werde in immer größere Leistung gepreßt, die Arbeitslosen sind nun zu Eineurojobbern versklavt, denen, wenn sie nicht willig sind, sämtliche Lebensgrundlage entzogen wird.

Ich empfinde dieses Szenario als apokalyptisch und das biblische Wort von der Großen Hure Babylons drängt sich mir als eine durch nichts zu übertreffende Charakterisierung auf.

Diesen, die Lebenswelt dominierenden Kapitalismus, sehe ich als das Hurensystem, in dem sich jeder verkauft; ob nun seine Körperkraft oder seine Geisteskraft oder gar seine Geisteshaltung; beinahe alles ist heute käuflich; selbst der Humanismus betreibt seinen Ausverkauf.

Jeder, dessen Hauptlebensmotiv der Konsum, die Mehrung von Wohstand und Reichtum ist, hat Anteil an der großen Hure Babylon, an der Verfinsterung der Welt.

Gelderwerb als Lebenssinn ist Dummheit. Über dem Gelderwerb steht mir die sinnvolle Aufgabe, die Erfüllung in der Arbeit, die Freude an der Arbeit in einer Gemeinschaft, die Freude an der Arbeit für die Gemeinschaft.

Noch darüber ist mir der höchste Lebenssinn, mich Gott zuwenden zu können; nur er schenkt mir die wahre Freiheit; nur er macht mich frei von den ungerechtfertigten Erwartungen der Gesellschaft und von den illusionären Erwartungen und Vorstellungen des Ich an mich selbst; er erhebt mich über die dumpfe Welt des Lebens in niederen Instinkten; er zieht mich heraus aus der Welt des vegetativen Lebens; er läßt mich erkennen, dass das Leben mehr ist, als Gelderwerb, Konsum und Egoismus.

Es geht also heute nicht um ein anderes Wirtschafts- oder Politiksystem, sondern um die Herstellung des Primats der Politik; der humanistischen Politik; der Politik im Dienste des Menschen. Die Wirtschaft hat in der Politik nicht zu suchen. Die Wirtschaft muß sich unterordnen. Das ist alles und doch soviel wie der Kampf von Licht und Finsternis.

Wikipedia Babylon im Christentum

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Die Verleugnungsindustrie
George Monbiot deckt in seinem neuen Buch mit dem Titel "The denial industry" auf, dass es Institutionen gibt, die gezielt die Forschungsergebnisse zur globalen Erderwärmung konterkarieren. Sie tun dies durch Selektion und Förderung von widersprüchlichen Ergebnissen, denen sie in der Öffentlichkeit eine erhöhte Repräsentanz verschaffen.

Sie diskreditieren auch die ihnen ungelegen kommenden Forschungsberichte. Sie betreiben eine verdeckte Medienpolitik mit der Platzierung von Tendenzartikel um in der Bevölkerung und in der Politik klimapolitische Maßnahmen als nicht opportun erscheinen zu lassen.

Diese Undercover Dunkellobby beschreibt er auch als ein weit verzweigtes Netzwerk bestehend aus Finanzierungen bis in Universitäten hinein.

Diese Organisationen tarnen sich als unabhängige Institutionen und als Bürgerbewegungen. Neben der ›Kein Klimawandel‹ Politik betreiben sie auch eine Zuarbeit für Teile der Tabakindustrie. Hier versuchen sie aktuell die Forschungsergebnisse um die Schädlichkeit des Passivrauchens zu entkräften.

Als Finanzier der verdeckten Klimapolitik führt er den weltgrößten Mineralölkonzern ExxonMobil auf, für die Raucherpolitik benennt er Philip Morris. Eine Besprechung des Buches in Englischer Sprache findet sich im Guardian: The denial industry

Dies ist mir exemplarisch und ein Anstoß, sich einmal mehr darüber klar zu werden, dass Teile der Wirtschaft immer wieder solcherart Dunkellobbyismus betreiben um die öffentliche Meinung in ihre Interessenlage zu steuern.

Wenn ich überlege, auf welchen Gebieten dies wohl noch so laufen könnte, fällt mir spontan das Thema Elektrosmog und Handys ein; die Atomkraft wird wahrscheinlich wieder hoch kommen; die Wirtschaftsverbände in Deutschland sind ja schon länger als hoch aktive Undercover-Meinungsbildner gebrandmarkt.

Laut CorpWatch haben sich etwa 15 000 Lobbyisten in Brüssel eingerichtet. Business as usual!


Mehr Transparenz, müßte hier wohl die Forderung lauten; insbesondere die Offenlegung aller Finanzierung. Dies erscheint mir aber inzwischen alles als geradezu hoffnungslos.

Die Wirtschaft hat sich in großen Teilen eindeutig in die tief dunkle und abgründige Sphäre des Menschengeistes begeben; die Verantwortlichen und Mitläufer werden ihren gerechten Lohn ernten.

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Mystikpilger
Ein Mensch der in Seinem Vertrauen geht, der ist ein Weltüberwinder. Darin liegen mir sprachlich kaum auslotbare Bedeutungen. Wir, die wir solche Erfahrungen machen durften, können nur mehr oder weniger das Phänomenologische dazu berichten und ja, es auch aus der Intuition des Glaubens heraus dem Metaphysischen und Mythologischen unserer Christusbotschaften zuordnen.

Zuordnung dieser Art lautet mir: Dass Sein Angesicht sichtbar wird in solcher Begegnung der Menschen. Wo das Menschenkind arm im Weltgeiste ist, ist Raum für Ihn. Sorget Euch nicht, denn Er weiß wessen ihr bedürft. Gibt es einen wundervolleren Trost?

Der Wanderer in Ihm ist ein Bote und ein Zeugnis Seines Reiches. Er wundert sich immer wieder über seine Fügungen; wie er Menschen als Seine Engel zu dir führt, wie Er dich als Engel zu den Menschen führt, wie er Seine Kinder zueinander führt.

Der Mensch ist berufen ... Ihn geschehen zu lassen; den kleinlichen, ängstlichen, zaudernden; sich nach seinen Vorstellungen berechnenden, planenden, organisierenden; den sich absichernden Weltmensch in sich zu relativieren ... jenseits dieses Weltmenschen geschieht und zeigt Er dir die Macht Seines Reiches.

Je mehr der Weltmensch sich zurücknehmen kann, je mehr hat er Anteil an Ihm. Egoistisches Verhalten, ja, wie töricht ist es aus dieser Perspektive.

Und doch muß ich sagen, trotz der Herrlichkeit dieses nun intuitiven Deutens meiner Erfahrungen, war es mir auf meinem Weg mit Ihm oft auch schwer von meinem schwachen starken Weltich zu lassen. Oft habe ich mich eben auch nicht getraut darauf zu vertrauen, das Er ein Probleme lösen würde.

Ich habe immer versucht mich in dem Maße zu organisieren, wie es in meinen Möglichkeiten stand; den Tag und die Wanderstrecke überschauend, dass mir mögliche zur Selbstversorgung getan. Dieses mir Mögliche war aber natürlich viele viele Male nicht adäquat; dann dennoch weiter zu gehen, erlebte ich meine Inadäquatheit immer wieder von Ihm ergänzt. So dass Er ermöglichte, was nach Menschenermessen im Nachhinein wie unmöglich schien. Das Er auch die Probleme löste, die mir garnicht gewärtig waren. Das er mir den Weg zeigte, wenn ich keinen mehr fand. Oder, dass er mir bessere und schönere Wege zeigte, die ich nie gefunden hätte. Oder mich mit Dingen versorgte, an deren Notwendigkeit ich bis dahin noch nicht gedacht hatte.

Ihn geschehen lassen, Sein Wirken in Dankbarkeit annehmen könne, sich selbst zurücknehmen, dass ist der Juwel der echten Demut. Das ist Sein Kleid, Sein Schutz, Sein Licht, Seine Kraft und Seine Herrlichkeit.

Als Wander in Ihm wurde ich mir in meinen besten Zeiten dessen tatsächlich auch immer wieder bewußt. In diesem Bewußtsein lag eine besondere Stärke. Ja, darin lag, man muß sich dass hier als in Bescheidenheit vorstellen, so etwas wie eine Ausstrahlung, ein Sendungsbewußtsein, das Gespür einer inneren Mission ... dieses Bewußtsein war auch entstanden aus den Reflektionen in den Begegnungen; also, nicht in Selbsterbauung, sondern durch Bedeutungen in Gespräch und Spiegelung im Menschen gegenüber.

Das mag schwärmerisch klingen. Im Leben jedoch ging es ganz real und nüchtern zur Sache, auch ohne die Herzensöffnung durch proaktives Gottpalaver. Zeugnis meines Glaubens zu geben war mir eine stille Freude; jedoch, es geschah meist nur in natürlichen, schlichten, wenigen und dem Gegenüber bemessenen Worten ... wenn es sich in einem Gespräch auch anbot.

Hier noch ein wenig Erzählen. Ich war in Frankreich auf dem Jakobsweg. Anfang November des Jahres 2000, ab Le Puy en Velay, war ich mehrmals zwei jungen Deutschen begegnet, die sich vorgenommen hatten, ohne Geld nach Santiago und Finisterra zu wandern.

Sie trugen schwere Didgeridoos an ihren Rucksäcken und machten ab und an in den Städten Musik; bekamen so ein wenig Geld zusammen. Der eine von ihnen sprach Französisch und brachte es über das Herz hin und wieder in Bäckereien und Hotels um Brot und Essen zu bitten. Oft kam er dabei auch etwas angeknackst und leerer Hände zurück. Nicht überall konnten sie Musik machen. Sie kamen so mal gut, mal recht und mal schlecht über die Runden.

Bei unserer wohl vierten Begegnung ging es ihnen eher schlecht. Es war dies in der südfranzösischen Stadt Chaors. Ich hatte hier um Spenden gesessen und einen für mich ungewöhnlich großen Geldbetrag beisammen. Ich bot ihnen an doch nun ein wenig zusammen zu gehen. So taten wir es. Ich glaube wir wanderten ab da etwa zwei Wochen gemeinsam. Ich kaufte in der Regel das Gros der Lebensmittel für uns drei, wir hatten keinen Mangel, wir hatten eine wunderschöne Zeit.

So zu dritt kann der Weg wahrhaft fantastisch sein. Ich erlebte, dass diese kleine Gemeinschaft so zu sagen das Leben puschte.

So war es in dieser Konstellation auch einmal eine stille, starke Freude, uns abends inmitten einer mittelalterlichen Kleinstadt namens Auvillar unter dem, nach allen Seiten offenen Dach einer Markthalle zur Nacht zu plazieren; da auf dem Spirituskocher unser Kuskus zu bereiten und dabei den neugierigen Wunderaugen und Ohren der Kindern noch eine Musikvorstellung zu bieten. Die Krönung war anderntags eine großzügige Einladung zum Frühstück in der Nachbarschaft.

Wenn das Geld zuneige ging, saß oder stand ich weiterhin in irgendeiner Stadt und bekam nun erstaunlicherweise immer genug, dass es für uns Drei reichte, auch in einem geradezu Menschenleeren Ort geschah es einmal so.

Nun kamen aber auch gewisse Spannungen auf. Die beiden hielten nichts vom Glauben. Für mich war eine daraus resultierende Folge, dass es ihnen zunehmend schwerer fiel, diese Seine Dauerproviantierung durch mich anzunehmen. Ich war viel älter als sie und zu oft meinen meist kompetenteren Direktiven folgen zu müssen, ging ihnen dann halt auch auf die Nerven.

Sie haben es natürlich auch ohne mich nach Finisterra geschaft und waren sogar etwas schneller als ich in Santiago. So durfte ich unterwegs immer wieder ihren kleine Lebenszeichen, Nachrichten und Grüßen begegnen. Tobias und Max hießen die Beiden und sie kamen glaube ich aus Detmold. Die Externsteine waren ihnen zuhause ein mit viel Bedeutung behafteter Treffpunkt gewesen.

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Almosen
Ja, die Almosen habe ich schon auch oft mit Strassenbrüdern, insbesondere gerne in Form gemeinsamer Essen geteilt.

Unterwegs einem Strassenbruder etwas zu schenken, war mir auch Solidaritätserklärung und Bestärkung. Ein Gespräch unter Straßenbrüdern ist in solcher Situation oft nicht angezeigt, er bekommt während dieser Zeit in der Regel überhaupt keine Spenden mehr.

Wenn dieser Strassenbruder ein Alkoholiker ist, dann ist bezüglich eines Gespräches mit ihm sowieso Vorsicht geboten. Er kann oft nicht mehr zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden und nutzt dann die Gutmütigkeit des Menschen wahrhaft schamlos und ausgebufft aus. Es braucht dann schon etwas Erfahrung und Menschenkenntnis um mit ihm einen „unbeschadeten“ Umgang zu überstehen.

Ein Strassenbruder, der passiv mit einer Schale an eine Ecke steht oder auf dem Trottoir sitzt, ist mir immer ein Hoffnungsschimmer. Ich bin unterwegs so vielen Menschen begegnet, die das nicht über sich brachten und nun auf abenteuerlichen Wegen versuchten an Geld zu kommen. Da wird mit fantastischen Geschichten social engineering betrieben und damit das Vertrauen und die Wahrhaftigkeit der Menschen untergraben. Hier sollte der Mensch natürlich auch Nachsicht haben, aber, es ist schon etwas bitter, auf solche Weisen Hilfe zu leisten. Schließlich gibt es ja auch noch die Vielen, die eben dann glauben Diebstahl begehen zu müssen.

Es ist ja ein hoch kontroverses Thema in der Gesellschaft. Die bürgerlichen Moralvorstellungen gebieten es jedem, sich selbst von seiner Werktätigkeit zu versorgen. Es ist auch für den Menschen normalerweise psychologisch unbedingt empfehlenswert dies zu tun. Allerdings ist damit eben auch oft eine falsches und übersteigertes Selbstwertgefühl verbunden; so dass ich denke, es wäre für viele Menschen ausgesprochen heilsam, einmal eine Zeit lang die Erfahrung des Almosenempfängers zu machen.

In unserer Zeit, der vielfach unfreiwilligen Arbeitslosigkeit und damit der staatlichen Alimentierung, ist es ja so, dass der Arbeitslose sich in dieser Situation oft auch selbst sinnvolle Aufgaben verordnet; das finde ich, ist auch das Beste was er machen. Wenn die Regierung die Arbeitslosen endlich entstigmatisieren und nicht weiter wie Sklaven behandeln würde, wäre das mir die Hoffnung auf einen aufblühenden Kulturstaat.

Selbst Paulus hat sich ja nicht mehr getraut vom Gotteslohn zu leben, so wie zuvor die mit dem Spruch ... der Arbeiter ist seines Lohnes Wert ... ausgesandten Jünger Jeshuas.

Für mich hatte ich zu der Entscheidung gefunden, mich bewußt solcherart in diese weitgehende Abhängigkeit von der Gnade Gottes zu begeben; das ist mir in der Anfangszeit enorm schwer gefallen. Später empfand ich es als einen sehr großen Seegen, diesen Schritt getan zu haben.

Natürlich, ich empfand mich auf einem spirituellen Weg und im spirituellen Werk; ohne jedoch mich als etwas Besseres als den Strassenbruder zu empfinden. Ich habe nie um irgend ein Mitleid gebuhlt, oder mein Stillhalten als ein tatsächliches aktives Betteln empfunden. So war mir die Würde des Menschen auch nicht angekratzt und wer mir etwas schenkte, der gab es überwiegen völlig frei aus einer Sympathie heraus und das war dann auch nicht selten nur etwas Geld, sondern auch liebevolles, bestärkendes, freundliches Wort und Respekterweis. Ich glaube schon, dass ich in dieser Beziehung oft ein etwas besonderes Klientel hatte.

So habe ich auch in den ganzen Jahren weniger als eine Handvoll negativer Reaktionen erlebt. Natürlich, aus meinen Erfahrungen könnte ich auch eine kleine Psychologie des Spendengebens auf der Strasse schreiben. Die Motive können ja höchst unterschiedlich sein; ebenso wie die Motive oder Hintergründe der Menschen, die von Almosen leben.

Neben den Motiven gibt es dabei auch das Heilige Drama, eine Art von Mysterium, dass geschieht oder nicht geschieht. Eine Spende als die Gabe Gottes überbracht durch einen seiner Engel annehmen zu könne; solcherart bleiben beide als Mensch frei und nicht nur unbeschädigt, sondern sie finden sich auch zu Ihm erhoben.

Dass es in unserem fortschrittlichen Europa immer noch einige Länder gibt, die auch das passive Stehen oder Sitzen mit einem Sammelgefäß kriminalisieren finde ich eine Schande. Es beraubt den Bürger seiner letzten Station der Freiheit und treibt ihn in die Illegalität. Natürlich gibt es auch hier wie überall Auswüchse; so der bandenmäßige Mißbrauch von Kindern, der nicht geduldet werden darf.

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Holzauge sei wachsam!
Es diskreditiert sich heute der eine Teil der Welt bedauerlicherweise selbst wieder als auf dem geistige Niveau von Strassenkindern befindlich.

Das heißt auch, er ist mit allen schmutzigen Wassern gewaschen. Solcher Mentalität gegenüber auch nur mit dem kleinsten Fingerzeig von Gutmenschentum einzuknicken halte ich für einen schweren Fehler.

Standhaft sein, sich unbeeindruckt zeigen, eine sich nicht provozieren lassende, unnachgiebige erzieherische Haltung, wie von der eines reiferen großen Bruders, ist mir hier wohl das adequate Verhalten.

Der Nebeneffekt ist natürlich, dass das Selbstbewußtsein der westliche Welt durch solch invantil bösartiges Verhalten in seiner Verantwortung und in dem Gewahrwerden seiner Überlegenheit enorm aufgewertet wird.

Wobei sich der Weite Westen natürlich in Teilen mit seiner amoralischen Weltpolitik auf ein beinahe gleichartig invantiles, abstandsloses Konfrontationsniveau begeben hat.

Ich bin im höchsten Maße misstrauisch gegenüber der sich nun so fulminant entwickelnden Polarisierung.

Ich frage mich, ob nicht der Weite Westen hier ein verdecktes strategisches Management der Medien betreibt.

Dass ihm an einer starken Polarisierung im Hinblick auf einen möglichen neuen Krieg sehr gelegen sein könnte klingt plausibel.

Vorsätzlich auf dazu gelegen kommende Äusserungen zu lauern und diese hoch zu puschen wäre durchaus denkbar.

Ja, bei genauerem Hinsehen, erscheint mir heute die strategische Kriegsvorbereitung mit einer verdeckten Medienbeeinflussung als das Allerwahrscheinlichste.

Leider sind wir solchen Medienstrategien gegenüber ziemlich hilflos ausgeliefert. Da kann die Devise nur heißen: Holzauge sei wachsam.

Ich finde es höchst bedauerlich; ich habe viele ausgesprochen feinsinnige, sensible, liebenswerte, intelligente Menschen moslemischen Glaubens kennen gelernt, die dem zur Zeit von den Medien transportierten häßlichen, dummen und aggressiven Bild vollkommen konträr waren. Das nun die, wie ich meine, größte Fraktion der guten, nicht radikalen Muslime mit dieser Minderheit über einen Kamm geschert wird, ist schlimm.

Telepolis Nur Schlechtes und Inhumanes

© ZEIT online Kommentare zu Persönliches Bedauern

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Weltsimulation
Der intellektuelle Mensch ist jemand, der sich mit seinem Intellekt identifiziert; genauer, er identifiziert sich mit der Sicht seiner Verstandesfunktionen auf die Welt und sich selbst.

Dem tätigen Mensch bleibt im Alltag nicht viel Zeit solchem Reflektieren nachzugehen. Er ist in seinem Funktionieren auf eine, sagen wir einmal weitgehend unreflektierte holistische Vernunftfunktion zurückgeworfen und infolge dessen auch häufig nur zu reflektorischem Handeln oder zur funktionell denkenden Tätigkeit auf Teilbereichen fähig.

Das höchste Ideal des Intellektuellen müßte es also sein, vom Alltagsleben suspendiert, vielleicht abseits der Menschheit auf einem Berg in einer Idylle und in einer dem Geist förderlichen Askese seinem Denken nachkommen zu können. Wir simulieren ihn hier nun kurz einmal.

Der weniger inspirierte Geist wird sich dazu noch in dieser Idylle eine große Bibliothek wünschen.

Der mehr soziale Intellektuelle wird sich einen Kreis von Schülern schaffen, eine Schule der geistigen Weltdurchdringung gründen.

Hauptziel dieses Denkers müßte es natürlich idealerweise sein, in völliger Zweckfreiheit die Erkenntnissuche betreiben zu können.

Ein Charakteristikum dieser Weltreflektion ist ihm hier, dass sie ein aktives, kreatives Moment darstellt; so zu sagen, dass es ein schöpferischer Akt ist, über ein Objekt seines Interesses nachzudenken und zu reflektieren.

Er stellt Hypothesen auf und verifiziert oder falsifiziert sie.

Er erschafft eine Sinnwelt der Zusammenhänge und kodiert sie in Worten und Zeichen.

Er forscht und findet.

Idealerweise läßt er sich in seiner Arbeit von den eventuell entdeckten Funktions- und Manipulationsmöglichkeiten an der Welt nicht verführen.

Er schafft logische Systeme. Er entdeckt und formuliert Gesetzmäßigkeiten der Welt.

Er erlebt in seiner Arbeit die Schau der Welt in seinem intellektuellen Vermögen.

Sein Geist wächst dabei enorm; er differenziert sich in immer neuen Variationen.

Er erkennt, dass seine intellektuelle Weltsicht immer nur einen begrenzten Ausschnitt eines offensichtlich unendlich großen Kosmos der Erkenntnismöglichkeiten repräsentieren kann.

Er erkennt, dass er auf unendlich vielen Gebieten differenzierend in die Tiefe Blicken kann. Er erkennt, dass er keine auf allen Gebieten gemeinschaftlichen Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien finden kann. Er erkennt dass die einzigen vereinigenden Prinzipen der Welt, die Prinzipien seines Geistes selbst sind und dass ihm diese nur aufscheinen, wenn er seinen Geist zur Ruhe bringt.

Er abstrahiert sich auf eine höhere Ebene von ihm vermeintlich größerer Wichtigkeit.

Er fragt sich, was sind die größten Fragen der Menschheit? Die größten Herausforderungen des Denkens?

Er fragt sich, was ist der Mensch, was sind seine Ziele? Warum existiert er? Woher kommt er? Warum spricht er von einem Gott, der ihn erschaffen hat? Er selbst ist ja in seinem Denken noch nicht auf Gott gestoßen.

Er Überlegt und sinnt und grübelt und greift zu einer Tasse grünen Tees.

Ja, denkt er, er hat immer nur Systeme, Funktionen, Entwickungen gesehen; die biologische Welt in einer sich selbst reproduzierenden Evolution im Wettlauf um ein Überleben erkannt.

Er hat die Welt des Menschen in einer Sonderevolution der kulturellen Abgrenzung zu einer ihm geistlosen Biosphäre erkannt.

Er hat erkannt, dass sein Denkvermögen ein Produkt dieser kulturellen Sonderevolution dieser Menschheit ist und dass das, was die ihm Nichtintellektuellen Menschen darin den substanzlosen Gott nennen, nur hier zu finden ist.

Er findet, dass das, was die Menschen Gott nennen, nach ihrem Glauben, ihnen die Gesetze des Gemeinschaftslebens gestiftet hat.

Er sieht, gegenüber dem geistlosen Wettlauf um ein Überleben in der Natur, gibt es unter den Menschen nun ganz andere Verhaltensmuster.

Er erkennt, das Religionen dem Menschen Geschichten erzählen. Geschichten, wie die Welt entstanden ist. Geschichten, in denen ein großer allmächtiger Schöpfergott die Welt und den Menschen gottgleich gemacht hat. Das dieser Schöpfergott den Menschen Gesetze gestiftet hat, nach denen sie ein ihm gefälliges Leben führen sollen und das sie nach ihrem Tode nicht wirklich sterben, sondern, wenn sie richtig gelebt haben, ein ewiges Leben in Ihm geschenkt bekommen; andernfalls die Sünder aber in jedem Fall immer eine Hölle der Qualen erwartet.

Er erkennt, das dieses Gottes Gesetze und Gebote ein friedvolles, liebevolles, gemeinschaftliches Leben für den Menschen stiften wollen. Ein leben, dass dem Wettkampf um das Leben seine Härten nehmen will. Ein Leben, dass dem Tod des Menschen seine Härte nehmen will. Ein machtvolleres Leben in einer geschwisterlichen Gemeinschaft der Liebe, der Aufrichtigkeit, der Fürsorge, des Teilens, der Gerechtigkeit und des Trostes in einem Reich ihres Gottes.

Er erkennt, dass dies im Prinzip von diesem Gott so intendiert ist, aber da trotz seiner Höllendrohungen, doch noch immer eine Menge falsch läuft.

Er erkennt, dass ja der Mensch auch einen eigenen Willen hat, mit dem er den von Gott gestifteten Regularien zuwider handeln kann.

Er erkennt in seinem luziden Geist, dass dieser Gott und seine Gebote theoretisch für das Leben der Menschgemeinschaft durchaus einen großen Sinn hat.

Er erkennt, dass der eine Teil der Menschen sich nicht um diesen Gott schert; auch, das verschieden Kulturen offenbar verschiedene Götter und ihren verschiedenen Geboten folgen; ja, sogar, dass die verschieden Gemeinschaften der Gotteskinder sich gegenseitig bekriegen.

Hier sieht er nun, dass das eigentlich Gute der Götterstiftungen sich nun wieder in eine großes Negativum verkehrt.

Das die Sphären des entspannteren Gemeinschaftslebens, der kooperativen Bewältigung der Beschwernisse der Existenz des Menschen, des von Gott gestifteten Friedens der Gemeinschaft, sich hier zu einem großem Unfrieden gegen eine andere Friedensgemeinschaft wendet.

Er erkennt, das diese Religionsgemeinschaften von Menschen regiert werden, die sich als Stellvertreter ihres Gottes ausgeben und diese Gemeinschaft als ihren höherwertigen Machtbereich verstehen und gegen andere Gemeinschaften abgrenzen.

Er erkennt, die Sinnwidrigkeit dieser Entwicklungen.

Er erkennt, dass es neben den von Gott gestifteten Gesetzen auch vom Menschen selbst erdachte Regularien der Staatswesen gibt. Auch diesen kann er eine friedensstiftende und Gemeinschaftsfördernde Funktion zuerkennen. Hier regiert nicht Gottgesetz sondern das Staatsrecht und seine Regulationsmacht, oft aber auch beide zugleich. Auch hier erkennt er, das die verschiedenen Staatssysteme des inneren Friedens sich immer wieder im Unfrieden eines Krieges gegen andere Staaten wenden.

Er erkennt, das diese Staatswesen eine große kulturelle Blütezeit erleben und wieder ersterben. Das diese Kulturinseln irgendwie satt und fett und träge werden und von anderen, aktiveren Kulturinseln vereinnamt werden.

Er erkennt, dass in diesen Kriegen der Kulturen viele neue Entwicklungen passieren.

Er erkennt, dass auf der Ebene dieser Staats- und Religionsgemeinschaften, ganz ähnlich wie in der geistlosen Natur wieder ein Wettkampf um das Überleben stattfindet; jedoch, ein Rivalisieren, wie es sich in der Natur nicht findet; hier bringt sich das Geschöpf innerhalb der Spezie massenhaft gegenseitig um.

Er erkennt, dass diese Sonderevolution der Kulturen der Menschgemeinschaften eine ungeheure Dynamik entwickeln; dass sie nicht nur immer schlimmere Kriege gegeneinander führen, sondern auch die Welt geradezu umgestalten; dass da unglaubliche Dinge geschehen.

So die Menschen darin nun in Flugzeugen um die Welt fliegen; in Raumfahrzeugen auf dem Mond landen; einen globalen Handel betreiben; mit Atombomben auf einen Schlag hunderttausende von Artgenossen umbringen; dass auf dem einen Kontinent jeder in einem Auto durch die Welt fährt und auf einem anderen Kontinent die Menschen zu 100 000 des Hungers sterben.

Er erkennt, das die Menschheit in ihrer stürmischen Entwicklungsdynamik der Natur und dem ökologischen Gleichgewicht auf ihrem Globus schwere Schäden zufügt.

Mittlerweile wird es unserem simulierten Intellektuellen in seiner Denkidylle mulmig zumute. Er fühlt nun doch in seiner Suspendiertheit den Drang in das Geschehen helfend eingreifen zu wollen. Er geht unruhig auf und ab und sagt sich, wenn das so weiter geht, kommen wir in kurzer Zeit ja alle um. Das ist ja entsetzlich, was hier passiert. Er fragt sich, was ist da zu tun, was ist da von Nöten, wie kann die Menschheit vor ihrem sicheren Untergang errettet werden?

Er erinnert sich, dass er sich ja eigentlich der Untätigkeit und Zweckfreiheit verpflichtet hat. Er verfällt in eine tiefe lange Traurigkeit und Depression. Es tut ihm leid um die Menschheit und nun sucht er für sie im Geiste doch nach neuen Wegen.

Schließlich überkommt ihn eine erlösende Vision und er rafft sich auf. Er denkt, ja, es geht gar nicht anders, man muss den beschränkten Inselintelligenten da unten ein gewaltiges Zeichen zur Umkehr setzten. Am besten etwa so: Ihnen effektvoll sagen, hier ist Euer allgewaltiger einer Gott euer aller Religionen, vertragt Euch, respektiert euch, gedenkt des Gebots der Liebe, hütet und Pflegt euren Globus, schafft Gerechtigkeit lebt nach meinen Geboten, lebt das Reich eures Gottes sonst seid ihr dem nahen Untergang geweiht.

Da geschehen auf einmal seltsame Dinge in der Welt. Der Gott der Menschheit setzt seinen Völkern ein gewaltiges Zeichen der Umkehr. Die Erde bebt, die Sonne blinkt im Morsecode, in allen Medien der Menschen spricht die Stimme Gottes gleich einem tosenden Wasserfall.

Unser suspendierter Intellektueller reibt sich ungläubig die Augen und denkt, ja, so etwa dachte ich, sollte es sein. Es überkommt ihn eine Schauer, sein Körper zitterte, in einer Vision schaute er Gott und fällt in tiefer Demut und Dankbarkeit zu Boden.

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Diskussion zur Papst-Vorlesung V 0.8
Nachfolgend die von mir als Kernaussagen charaterisierten Punkte der Vorlesung des Papstes mit erläuternden Hyperlinks und einigen wenigen laienhaften Anmerkungen von mir. Zur Erleichterung einer allgemeinen Diskussion habe ich eine Strukturierung vorgenommen. Papstreden sind numerisch, meine Anmerkungen sind alphabetisch gekennzeichnet. Der Originaltext der Vorlesung findet sich über den Link im letzten Artikel.

1) Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung ...

2) Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider.

3) Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit.

4) Ist es nur griechisch zu glauben, daß vernunftwidrig zu handeln dem Wesen Gottes zuwider ist, oder gilt das immer und in sich selbst?

5) Den ersten Vers der Genesis abwandelnd, hat Johannes den Prolog seines Evangeliums mit dem Wort eröffnet: Im Anfang war der Logos. Dies ist genau das Wort, das der Kaiser gebraucht: Gott handelt mit Logos. Logos ist Vernunft und Wort zugleich – eine Vernunft, die schöpferisch ist und sich mitteilen kann, aber eben als Vernunft.

A) Anmerkg.: 7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. http://www.bibel-online.net/buch/50.philipper/4.html#4,7
Das ist mir eigentlich der Kernsatz der die rechte Antwort für alles hier erörterte enthält.

6) Heute wissen wir, daß die in Alexandrien entstandene griechische Übersetzung des Alten Testaments – die Septuaginta – mehr als eine bloße (vielleicht wenig positiv zu beurteilende) Übersetzung des hebräischen Textes, nämlich ein selbständiger Textzeuge und ein eigener wichtiger Schritt der Offenbarungsgeschichte ist, in dem sich diese Begegnung auf eine Weise realisiert hat, die für die Entstehung des Christentums und seine Verbreitung entscheidende Bedeutung gewann.

7) Die Transzendenz und die Andersheit Gottes werden so weit übersteigert, daß auch unsere Vernunft, unser Sinn für das Wahre und Gute kein wirklicher Spiegel Gottes mehr sind, dessen abgründige Möglichkeiten hinter seinen tatsächlichen Entscheiden für uns ewig unzugänglich und verborgen bleiben.

8) Wenn man diese Begegnung sieht, ist es nicht verwunderlich, daß das Christentum trotz seines Ursprungs und wichtiger Entfaltungen im Orient schließlich seine geschichtlich entscheidende Prägung in Europa gefunden hat. Wir können auch umgekehrt sagen: Diese Begegnung, zu der dann noch das Erbe Roms hinzutritt, hat Europa geschaffen und bleibt die Grundlage dessen, was man mit Recht Europa nennen kann.

B ) Anmerk.: Dies hört sich mir an wie eine historische Rechtfertigung für die Existenz der Römisch Katholischen Kirche. Es ist was ist, weil wir so da waren und sind. Das Europa ja so eine ausgesprochen schwere Geburt und immer noch mehr eine Geburt mit schweren Fehlentwicklungen darstellt fällt hier unter den Tisch.

9) Die Enthellenisierung erscheint zuerst mit den Grundanliegen der Reformation des 16. Jahrhunderts verknüpft. Die Reformatoren sahen sich angesichts der theologischen Schultradition einer ganz von der Philosophie her bestimmten Systematisierung des Glaubens gegenüber, sozusagen einer Fremdbestimmung des Glaubens durch ein nicht aus ihm kommendes Denken.

C) Anmerkg.: Die Reformation ist mir als Laien zwar durch Anderes charakterisiert, aber dieser Diagnose kann ich voll zustimmen; ja, ich bin sogar froh über diese eindeutige, sich mir entlarvende Selbstverortung der Römisch Katholischen Kirche hier.

10) Das Sola Scriptura sucht demgegenüber die reine Urgestalt des Glaubens, wie er im biblischen Wort ursprünglich da ist. Metaphysik erscheint als eine Vorgabe von anderswoher, von der man den Glauben befreien muß, damit er ganz wieder er selber sein könne.

D) Anmerkg.: http://de.wikipedia.org/wiki/Sola_scriptura Mir wichtigster Abschnitt darin: Die Lehre der Römisch-Katholischen Kirche, die in Reaktion auf die Reformation auf dem Tridentiner Konzil ausformuliert wurde, lautet, dass die rechte Auslegung durch das kirchliche Lehramt gesichert werde (Schrift und Tradition), da nach dem katholischen Verständnis nur so das Wirken des Heiligen Geistes als sicher gelten kann (vgl. Joh 14,26). Die Bibel selbst erlangt ihre Autorität nach katholischer Lehre erst durch die Kirche, die ja auch älter ist als die Bibel. „Christus hat eine Kirche gegründet und kein Buch geschrieben“ wie Bernhard Vikari dies etwas bissig und durchaus missverständlich bemerkte. Das kirchliche Lehramt legte den Kanon der Bibel fest, was ebenfalls die Autorität der Kirche über die Bibel zeigt.

11) In einer für die Reformatoren nicht vorhersehbaren Radikalität hat Kant mit seiner Aussage, er habe das Denken beiseite schaffen müssen, um dem Glauben Platz zu machen, aus diesem Programm heraus gehandelt. Er hat dabei den Glauben ausschließlich in der praktischen Vernunft verankert und ihm den Zugang zum Ganzen der Wirklichkeit abgesprochen.

E) Anmerkg.: http://de.wikipedia.org/wiki/Kant
Wobei Kants Zugang zum Ganzen der Wirklichkeit vermutlich die Intellektuellen Weltrepresentationen meint.

12) Die liberale Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts brachte eine zweite Welle im Programm der Enthellenisierung mit sich, für die Adolf von Harnack als herausragender Repräsentant steht. In der Zeit, als ich studierte, wie in den frühen Jahren meines akademischen Wirkens war dieses Programm auch in der katholischen Theologie kräftig am Werk. Pascals Unterscheidung zwischen dem Gott der Philosophen und dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs diente als Ausgangspunkt dafür.

F) Anmerkg.: http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Harnack
http://de.wikipedia.org/wiki/Blaise_Pascal

13) Als Kerngedanke erscheint bei Harnack die Rückkehr zum einfachen Menschen Jesus und zu seiner einfachen Botschaft, die allen Theologisierungen und eben auch Hellenisierungen vorausliege: Diese einfache Botschaft stelle die wirkliche Höhe der religiösen Entwicklung der Menschheit dar.

14) Dabei geht es im Grunde darum, das Christentum wieder mit der modernen Vernunft in Einklang zu bringen, eben indem man es von scheinbar philosophischen und theologischen Elementen wie etwa dem Glauben an die Gottheit Christi und die Dreieinheit Gottes befreie.

15) Wichtig für unsere Überlegungen ist aber noch, daß die Methode als solche die Gottesfrage ausschließt und sie als unwissenschaftliche oder vorwissenschaftliche Frage erscheinen läßt. Damit aber stehen wir vor einer Verkürzung des Radius von Wissenschaft und Vernunft, die in Frage gestellt werden muß.

16) Angesichts der Begegnung mit der Vielheit der Kulturen sagt man heute gern, die Synthese mit dem Griechentum, die sich in der alten Kirche vollzogen habe, sei eine erste Inkulturation des Christlichen gewesen, auf die man die anderen Kulturen nicht festlegen dürfe. Ihr Recht müsse es sein, hinter diese Inkulturation zurückzugehen auf die einfache Botschaft des Neuen Testaments, um sie in ihren Räumen jeweils neu zu inkulturieren. Diese These ist nicht einfach falsch, aber doch vergröbert und ungenau. Denn das Neue Testament ist griechisch geschrieben und trägt in sich selber die Berührung mit dem griechischen Geist, die in der vorangegangenen Entwicklung des Alten Testaments gereift war.

G) Anmerkg.: Diese Begründung halte ich für schwach. Das Wirken und Sprechen Jeshuas war nicht von einer Art, dass sich durch deren Übersetzung in einen bestimmten Sprachraum eine grundlegend neue Sicht darauf bieten müßte; bzw. nur seine Übersetzung ins Griechische seine wahren Dimensionen offenbaren würde.

H) Der Logos, die Vernunft, die Wahrheit und der Gottbegriff sind nicht nur der griechischen Kultur zu eigen. Ich würde es eher als ein Negativum feststellen, dass durch die Berührung mit dem griechischen Geist die metaphysische Differenzierung und Festlegung der Botschaft des Einen lebendigen Geistes erfolgte; anders ausgedrückt, der lebendige Geist wird hier in einer beginnenden Verwissenschaftlichung im Intellekt des Menschen beherrschbar, berechenbar, und streitbar gemacht und so letztendlich in eigentlich nicht erlaubte Bilder übersetzt.

I) Die wenige Metaphysik der biblischen Schriften ist von einer nicht intellektuellen mythologisch mystischen Natur. Da ist die Liebe, der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der Glaube, Gott, das Wort und seine Gesetze, Licht und Finsternis, der heilige Geist, Jesus in der Gemeinschaft der Gläubigen, das Reich Gottes.

J) Die Berührung mit dem griechischen Geist und seiner Tendenz zu Intellektualität und differenzierter Methaphysik führte zu einer Nachbildung oder einer intellektuellen Abbildung, Begründung und Rechtfertigung des Gottesreiches, zu einer strukturalen Verbegrifflichung davon.

K) Nun ist es mir aber eine Binsenweisheit, dass der Intellekt weder für eine Selbstbild des Menschen, noch für ein Gottesbild brauchbar ist, er ist ein Werkzeug des Verstehens und Strukturierens. Gott und Mensch sind immer Jenseits dieser Intellektstrukturen.

L) Deshalb ist es ja auch nicht verwunderlich, dass die Intellektuellen, das sind die Menschen, die sich mit ihrem Intellekt und seiner Sicht identifizieren, darin keinen Gott und sich selbst nur als Illusion finden ... und so oft zu Atheisten werden.

17) In der westlichen Welt herrscht weithin die Meinung, allein die positivistische Vernunft und die ihr zugehörigen Formen der Philosophie seien universal. Aber von den tief religiösen Kulturen der Welt wird gerade dieser Ausschluß des Göttlichen aus der Universalität der Vernunft als Verstoß gegen ihre innersten Überzeugungen angesehen. Eine Vernunft, die dem Göttlichen gegenüber taub ist und Religion in den Bereich der Subkulturen abdrängt, ist unfähig zum Dialog der Kulturen.

M) Anmerkg.: Hier möchte ich sagen, dass ja Vernunft auch im Umgangssprachlichen eine so zu sagen höherwertige und im Leben stehende Geistigkeit des Menschen darstellt, die von ihm eben nicht durch eine methaphysische Haltung oder durch intellektuelle Logigsysteme begründet oder abgeleitet wird.

18) Für die Philosophie und in anderer Weise für die Theologie ist das Hören auf die großen Erfahrungen und Einsichten der religiösen Traditionen der Menschheit, besonders aber des christlichen Glaubens, eine Erkenntnisquelle, der sich zu verweigern eine unzulässige Verengung unseres Hörens und Antwortens wäre.

N) Anmerkg.: Richtig, aber hier meine ich sagen zu müssen, das die Theologie wie die Philosophie eben Wissenschaften sind, die mir für das Leben mit Gott untauglich und ohne viel Relevanz erscheinen. Dass das Leben in der Gemeinschaft der Gläubigen in einer Konfession von einer Wissenschaft der Theologie beherrschend bestimmt und strukturiert wird, halte ich schlichtweg für eine sehr bedauerliche Fehlentwicklung.

O) Um auf den Ausgangssatz zurückzukommen:

1) Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung ...

P) Anmerkg.: Der Intellekt operiert mir auf der Ebene der Körperlichkeit, nicht der Seele. Ein das Glaubensleben bestimmen wollendes erstarrtes theologisches Konstrukt ist mir so gesehen ein nicht rechtes Denken und so auch potentiell ebenso die Ausübung von intellektueller Gewalt und Drohung.

P1) Und nur hierin schließlich wird deutlich, warum die Eine Kirche nicht stattfinden kann. Die intellektuelle Theologie wie der Intellekt überhaupt begreift nicht die Dimension der Einheit, sie haben immer nur die Tendenz zur Differenzierung; insbesondere wenn darin auch noch die Machtkomponenten hineingespiegelt werden.

Q) Der Vernunftbegriff wird hier quasi mit der Römisch Katholischen Theologie gleichgesetzt, die aber ist Wissenschaft, Metaphysik und hierarchische Machtstruktur und nicht mit der Vernunft des lebendigen Glaubenslebens gleichzusetzen. Hier kommen die Liebe und der Frieden Gottes eindeutig zu kurz.

R) Hier haben sich mir die Intellektuellen einmal mehr nicht zurückhalten können und die Lebenswelt wiederum in ein inadequates System zu bringen versucht. Solcherart Intellektualismus versklavt den Menschen ja immer wieder.

S) Meine kritischen Anmerkungen bedürfen jedoch den Hinweis darauf, dass ich durchaus sehe, dass trotz der mir entarteten Metastrukturen auch in der Römisch Katholischen Kirche an der Basis, in den Gemeinden, vielfach ein lebendiges genuines Glaubensleben stattfindet.

T) Das Projekt einer vereinheitlichten Metaphysik der Mythologien aller Glaubensrichtungen, das wäre mir eine anspruchsvolle Spielwiese einer nicht konfessionsgebundenen Theologie, bei dem viel über Gott und den Menschen zu lernen wäre; hier lägen die Grundlagen zu Verortung, Respekt und die gegenseitige Legitimierung; und vor allem, sie wäre eine Basis für die ja vielfach einsehbare Notwendigkeit zur Reformation der Religionen des Glaubenslebens in den Kulturen.

U) Die Inkulturationen Gottes sind ja nicht nur von großer Vielfalt sondern auch von systemischen, menschlichen Fehlern geprägt.

V) Im Zeitalter der Globalisierung ist die Notwendigkeit der kulturellen Harmonisierung nötiger denn je. Die Globalisierung findet ja gegenwärtig eher nur auf einer subkulturellen, ökonomisch, materialistischen, technisch rationalistischen Eben statt und ist bestimmt vom Wettkampf der Wirtschaften und der politischen Systeme; das ist im Grunde ein immer gerade noch gezügelter Weltkrieg. Religion steht in der Pflicht zur Legitimierung, die Weltstaatengemeinschaft steht in der Pflicht zur Legitimierung, die Wirtschaft steht in der Pflicht zur Legitimierung in einer globalen ökologischen und sozialen Verantwortung. Die Menschheit steht in der Pflicht zur Legitimierung in der Inkulturation ihrer Gottnatur, ohne sie wissen wir nicht, wo es lang geht; da strampeln wir uns ab auf dem Weg in die Abgründe.

Vom Kreuz mit der Kritik

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Gedanken zur Sprache
Auch ich kann von manchem Sprachgebrauch verletzt oder erregt sein; mitunter ganz heftig sogar; selbst wenn es mich nicht persönlich betrifft.


Ein nicht verletzender Sprachgebrauch, soll jedem erlaubt sein; da soll jeder reden können wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der freie Sprachgebrauch ist ein zentraler Aspekt der Freiheit; inhaltlich soll man argumentieren können. Gut, auch eine bewußte Provokation kann hin und wieder ein Gespräch erst in Bewegung bringen.


Da gibt es ja auch so etwas wie die offizielle Sprachregelung für manche Themen; hier wird diese Freiheit eingeschränkt.



Aktuell versuchen die Franzosen und die Iraner ihren Sprachraum von Fremdwörtern zu reinigen; insbesondere von den Anglizismen. Auch im Deutschen gibt es „Sprachpflege“. Es leuchtet mir ein, dass man die eigene Sprache durch ein Übermaß an Fremdwörtern ganz schön verhunzen kann.


Zur Kontroverse um die Rechtschreibreform möchte ich anmerken, dass es mir manchmal so anmutete, als wurde da ein altes, zartes Pflänzchen mit der Brechstange in eine neue Form zu bringen versucht.


Sprachhygiene? So etwas kann wohl nur in der Familie mit Kind oder in den Medien von Relevanz sein. Und hier scheint mir auch die Pflege der grundlegenden Gefühlslage und der Kommunikation überhaupt wichtiger, als der Versuch, der Vulgärsprache an einzelnen Wörtern Einhalt zu gebieten.


Im Nachhinein betrachtet ist wohl meine jahrelange Sprachsozialisation an den Blasengeburten der Micky Maus nicht sonderlich schädlich ausgefallen; dass ich heute nicht umhin kann, überall die Onkel Dagoberts im Geld baden zu sehen, ist sicher einer solcher Prägung geschuldet; so etwas kann ja nun wirklich nicht wahr sein.


Sprache ist ein oder der wichtige Katalysator des kollektiven Bewußtsein. Sie zu beobachten und hin und wieder mit früheren Sprachgebrauch zu vergleichen ist schon interessant. Die Sprachbilder oder Metaphern sind ja überwiegend mythologischer Natur. Die alten Bilder sind uns heute oft schwer verständlich.


Wer die Klaviatur der Sprachbilder beherrscht der hat auch eine gewisse Macht im Sprachraum; der kann so etwas wie die Volksseele prägen oder ausdeuten. Ich denke hier an die Bedeutung, die Fjodor Michailowitsch Dostojewskij in Russland einnimmt oder einnahm. Die geradezu staatstragenden Sprachformungen und - Regelungen des Dritten Reichs erscheinen mir hier von Bedeutung und vielleicht einmal einer genaueren Betrachtung wert.


Als Schreibender interessiert mich hin und wieder die Etymologie eines Wortes, seine Ursprünge und Bedeutungen und Bedeutungswandel; insbesondere, wenn ich das Wort richtig verwenden oder verstehen möchte.


Der Sprachgebrauch verrät manchmal auch etwas über die psychologische Konstitution des Sprechers; über seine Sozialisation, über seine Gefühlslage, über seine geistige Klarheit und seine Intelligenz; über seine Traumata, seine Komplexe; vielleicht auch über seine verborgenen Absichten; über seine Stellung im Gespräch.


Sprache ist auch so etwas wie die Musik der Seele auf dem Instrument des Körpers oder gar des Volkskörpers; da ist alles drin, Rhythmus, Melodie, Satz, Tempi, Spannung, Klang, Struktur, Auflösung, Fluß und Bögen.


Sprache dient der Kommunikation; der Mitteilung ... da gibt es etwas zu Futtern oder ... ich liebe dich oder ... nun pass mal auf, die Welt ist so und so.


Sprache ist ein Werkzeug des Denkens.


Wer in der Sprache einleuchtende Formulierungen oder passende Wortzuweisungen für bislang nicht verstandene oder benannte Verhältnisse prägt, der ist so etwas wie ein Entdecker von Neuland für die Sprache.


Wer bekannte Verhältnisse elegant und prägnant neu formuliert und vielleicht auch mit neuem Sinn belegt ist ein Sprachkünstler oder Aufklärer.


Mit der Sprache kann der Mensch ... urteilen, heilen, lieben, benennen, herrschen, führen, erklären, bedeuten, erzählen, schweigen, erlösen, befreien, versklaven, bitten, verstoßen, Nähe schaffen, Gemeinschaft stiften, Frieden schaffen, lehren, lügen, wahr sein, strafen, demütigen, beglücken, ehren, verführen, blenden, verwirren, motivieren, die Fantasie anregen, schmerzen, verheimlichen, spiegeln, diskriminieren, aufklären, sich freuen, Freunde finden, beten, danken ...

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Sprache und Weltbild V 0.7
Liebe Leser, ich grüße Sie aus der recht klammen Luft der späten Nacht des flachen Nordens.

Sprache ist schon eine feine Sache. Wir kommunizieren uns damit nicht nur, dass wir gerade etwas kalte Füße haben, wir drücken damit auch unsere Liebe und Sorge zum Partner und zum Leben aus.

Auch versuchen wir uns mitzuteilen, wie wir die Welt verstehen; wir erzählen uns Weltbilder und Geschichten; wir konstruieren uns mit unserer Sprache meist unbewußt auch eine geistige Welt.

Wenn Du dies liest, dann denkst Du vielleicht ... aha so sieht der das also und dazu vielleicht auch noch ... ja, das klingt plausibel, das ist eingängig formuliert, das mache ich mir zu eigen.

Ein intelligenter, interessanter Sprachgebrauch ist also auch potentiell die Konstruktionsarbeit an einem kollektiven Bewußtsein.

Im Extrem kann diese Konstruktionsarbeit zu revolutionären und schlimmen Entwicklungen führen; Karl Marx mit seinem Kapital sei hier erwähnt und auch, dass der Entführer der jungen Frau Natascha Kampusch, einer Vermutung zufolge, durch das Szenario eines amerikanischen Psychothrillers zu solcher Tat angeregt wurde. Es liegt nun offen zutage, dass die US Regierung eine Manipulation der öffentlichen Meinung betreibt und durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen Kriege begründet. Eine Studie belegt, wie die NDR-Produktion 'Sabine Christiansen' die Reformdiskussion systematisch beeinflusst.

Es ist natürlich keine neue Erkenntnis, dass dieses kollektive Bewußtsein eine ständige Arena für die Kämpfe der Interessen ist. Jede Partei will sich in das rechte Licht setzen.

Das rechte Licht ist immer noch das helle Licht; die Wahrheit, die Aufklärung, die Freiheit, der Frieden, Legitimität und Gleichberechtigung, das Recht, das Wohl für die Menschheit, der Sozialstaat, die Nächstenliebe, die Menschenwürde, die Verantwortung, die zukunftsträchtige Lösung von Problemen, das ökologische Verhalten, das Eingestehen und die Korrektur von Fehlern.

Das falsche Licht ist immer noch dass der Dunklen Mächte; das Unrecht, die Ungerechtigkeit, die Intoleranz, die Lüge, das egoistischen Verhalten, der Machtmissbrauch, die kurzsichtige Lösung, das Spiel mit den Ängsten, die Unterdrückung, die Manipulation, der Krieg und die Gewalt, das Anhäufen von Kapital, das sich der sozialen Verantwortung entzieht.

Für die Hauptakteure auf den Bühnen des kollektiven Bewußtsein, das sind die politischen Parteien und die Interessenvertretungen der Wirtschaft, gilt, dass sie allein schon ihre Präsenz auf diesen Bühnen als das Wichtigste erachten. Ihre Botschaften sind mittlerweile in ein professionelles Schauspiel der Manipulation verpackt. Ja, oft wird der Einzelne gar nicht gewahr, dass diese Präsentation auf der öffentlichen Bühne in Wahrheit die versteckte Interessenpolitik einer Lobbiistengruppe ist.

Die Öffentlichen Medien sind eigentlich zu einer transparenten, neutralen und ausgewogenen Berichterstattung verpflichte; in ihnen darf eigentlich keine versteckte oder offene Parteinahme stattfinden. Sie sollen idealerweise das neutrale Spiegelbild der öffentlichen Meinung sein und zu einer freien Meinungsbildung beitragen.

Dass diese anspruchsvolle Grundhaltung heute natürlich vollkommen durchlöchert erscheint sehen wohl die meisten Menschen so. Es ist ein bedauernswerter und schlimmer Zustand.

Hinzu kommt, das sich in der Handhabung der Medien, ob ihrer Variabilität, eine unendliche Bandbreite des manipulativen Gebrauchs zur Verfolgung von Interessen eröffnet; es beginnt schon allein mit der simplen Entscheidung, über ein Geschehen zu berichten oder nicht.

Sich dieser Problematiken der Medien bewußt, sollte jeder Mensch eigentlich eine sehr kritische und wachsame Haltung in ihrer Rezeption bewahren; die Medienkompetenz ist hier das Stichwort; darin lautet eine Regel, es ist schon ein Fehler nur die eine Zeitung zu lesen und eine andere, der Bürger befindet sich immer in einem Zustand der Konditionierung. Du entscheidest, mit was und wie du dich konditioniert; du bist letztendlich verantwortlich für dein Weltbild; das kann auf Fundamenten stehen oder auch auf Sand gebaut sein; hier aus dem Sand, der in die Augen gestreut wird.

Ich erinnere hier noch an die Worte Jesu in Matthäus 15,18: 'Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.'

Aus dem zuvor Gesagten wird klar, dass der Mensch hier nicht der Einzelne, sondern die Gemeinschaft bedeutet. Jedes unbedachte, jedes schlechte, jedes unwahre Wort oder Bild kratzt an der Konstitution der Gesellschaft.

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Meine Unschuld
Drückt Dich Dein Gewissen? Womöglich wäscht du dir auch oft die Hände! DLF Wir sind Pilatus Telepolis: Der Macbeth-Effekt

Eine Schlussfolgerung aus diesen empirischen Befunden könnte also lauten ...

Der Zustand der Unschuld ist möglicherweise mit schmutzigen Händen, vielleicht auch Körpergerüchen und wirren Haaren, sowie einer nicht ganz so korrekten Kleiderwirtschaft charakterisiert ... Ja prima! Doch, so finde ich mich solchem Ideal recht nahe.

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Kailalama & Epiphanius V 0.7
Lieber Epi,

Ist es nicht so das ein Jeder von uns ein Gott ist!!!
Gott ist in mir, ich bin in Gott

Lieber Kailalama,

ja, auch mein mythologisches Verständnis ist es, dass Gott in aller Schöpfung ist und Außerhalb.

Ich würde sagen, wenn wir unser Gegenüber schon nicht lieben können, dann sollten wir ihn tatsächlich mit einem Respekt behandel, als wäre er eine Verwirklichung der Gottnatur im Menschen. Die Buddhisten sprechen ja auch von der Buddhanatur im Menschen und grüßen sich in jener wunderschönen, respektvollen Haltung der zusammengelegten Hände.

Jesu Worte: ›Was Du einem der Geringsten getan hast, das hast Du für mich getan‹.

Dahinter steckt mir auch das Verständnis, das Gott in jedem Menschen ist; jedoch, er betont den Aspekt der Nächstenliebe. Die Menschen neigen ja nur allzu gern dazu einen Erleuchteten, einen Reichen oder Schönen oder Autoritären Mitmenschen zu achten; aber die Gottnatur auch im Armen, im Leidenden, im Hässlichen, im Ausgestoßenen zu sehen, das fällt vielen Menschen schwer.

Das kommt aber auch daher, weil der Mensch von Gott oder seiner Gottnatur abgefallen ist. ›Suchet zuerst das Reich Gottes und alles andere wird Euch gegeben werden‹. Ein Schlüsselsatz des Neuen Testamentes!

Hier ist die Hinwendung zu Gott, zu der dem Menschen eigenen Gottnatur gemeint. Wer Gott tagtäglich sucht, z.B. in Form einer Stillen Zeit, in der Demut der Meditation, im Gebet, im Wort, im Leben einer Glaubensgemeinschaft, im Sabbat und im Fasten, in der Nächstenliebe und in der Hingabe an eine erfüllende Arbeit, der geht nicht nur in Seine Gottnatur ein, sondern er erkennt auch die Gottnatur in allen Menschen um ihn herum; er sieht und fühlt sich selbst in ihnen, auch im Armen und Schmutzigen und Hässlichen.

Er lebt darin völlig natürliche Liebe, Mitgefühl und Mitleid und Hilft daraus wo er kann. Dieses Erkennen der Gottnatur erstreckt sich dann aber auch auf die ganze Schöpfung. Das heisst also, hier ist nun alles durch die Verwirklichung der Gottnatur zu einem Reich Gottes verwandelt worden.

Zitat Kai: ›Glaube versetzt Berge.‹

Das Glaubensleben versetzt oder ersetzt aus dieser Perspektive tatsächlich auch eine ganze Welt. Menschen in ihrer Gottnatur, in ihrem Glaubensleben, in ihrer Nachfolge Jesu, erleben ganz ausserordentliche Begebenheiten und wirken Ausserodentliches; Gott ist mit ihnen.

Zitat Kai: ›Gedanken sind reine Energie.‹

Weltliche Gedanken können dich des Reiches Gottes verlustig führen. Deswegen sind ja auch alle religiösen Übungen damit verbunden, die Sphäre der Weltlichen Gedanken zur Ruhe zu bringen, zu überwinden oder zu beherrschen.

Jesu Worte: ›ich bin das Licht der Welt!‹

Über der Sphäre der Gedanken, die im Tibetischen Buddhismus mit der Sphäre der fruchteinflüssenden Gottheiten charakterisiert wird, steht das helle weisse, klare, vibrierende Licht der Erlösung.

Wenn wir einmal unsere heutige Zeit in ihrer technologischen Entwicklung betrachten, dann könnten wir sagen, dass wir mit den Auswirkungen unserer Gedanken tatsächlich die Welt revolutionieren. Wir haben den motorisierten Verkehr, die Luftfahrt, die Raumfahrt, die Elektrifizierung, Argarindustrie, Medizinkomplexe, die Atommächte ... das alles und noch viel mehr; ja, wir haben tatsächlich ganze Berge versetzt.

Das bedeutet aber auch, das wir uns in diese menschgemachte Welt immer mehr verstricken, immer mehr von uns in sie hineingeben müssen und von unseren eigenen, von den Gedanken produzierten Welten abhängig werden; in dieser von Menschen gemachten Gedankenwelt Kriege führen und, wie es zur Zeit aussieht, den Globus in eine ökologische Katastrophe fahren.

Das Denken revolutioniert aber nicht nur alles in der Außenwelt; es gestaltet auch die Innenwelt, das Selbstverständnis, das Weltbild. Die Sozialisation, die Erziehung, die Schule, die Medien, die Politik, die Kultur, die Werbung, alles sind Bereiche, die auch die Innenwelt, das Selbstverständnis des Menschen prägen.

Und diese Selbstprägung geschieht heute überwiegend in einer intellektuellen, wissenschaftlichen, rationalistischen Weise. Der inner Kern des Menschen, seine Gottnatur spielt immer weniger eine Rolle. ... Siehst Du, worauf ich hinaus will?

Es ist von ungeheurer Wichtigkeit wie und was wir denken. Wo wir unseren Platz sehen, in dieser vom Menschen gemachten Welt oder im Reich Gottes.

Zitat Jesus: ›Ich bin nicht von dieser Welt!‹

Zitat Kai: ›Die Welt ist nicht gut oder böse.‹

Die Mächte des Lichts und der Dunkelheit!

Zitat Kai: ›Die Welt ist das was wir daraus machen.‹

Alles was Du machen kannst ist, dich Gott zuzuwenden, ein Gott gefälliges Leben zu führen; der Rest geschieht aus seiner Gnade; das heist, Du begreift alles Andere als von ihm ausgehend, von ihm gegeben, von Ihm gehalten, als von ihm geführt.

Alle selbstherrlichen Werke und Reiche des Menschen wurden von Gott der Zerstörung anheim gegeben!

Das heißt, wenn die Menschheit zu einem Punkt kommt, an dem sie sagt: es gibt gar keinen Gott, er ist eine Erfindung des Menschen, wir können mehr als Gott, unsere Sozialleistungen sind unvergleichlich viel mehr als Gottes Barmherzigkeit, seht doch nur was wir erreicht haben, was wir vermögen, dann ist die Zeit unseres Gerichts gekommen.

In dieser Logik kann es also auch nur heißen, das wir die positiven zivilisatorischen Entwicklungsleistungen als von Gott, als von seiner Gottnatur gestiftet betrachten müssen. Unser Denken, die Kraft unseres Intellekt und unserer Revolutionen sind als die Gaben Gottes zu sehen.

Zitat Kai: ›Gott hat die Macht die Welt zu verändern...also wir alle.‹

Ja, jedoch nur in der Gottesnatur geschieht das rechte Denken und Tun!

Zitat Kai: ›Liebe und herzliche Grüße

KaiderwodieEltliebt‹

Seine Liebe Bruder Kai! Sein Licht!

P.s.: Der Mensch in Seiner Gottnatur begreift sich bei den Christen als Gottes Kind. Für seine Kinder ist Gott in der Hauptsache in ihrer Gemeinschaft als das allmächtige Wirken seines Wortes, seiner Gnade, seines Segens, seines heiligen Geistes und seiner Liebe gegenwärtig. Während die Buddhisten wohl mehr durch individuelles Streben in ihre Buddhanatur eingehen.

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Gottsuche
Hier Worte über ein Zuflucht Suchen bei Gott in einer Form, die durch das Zazen Sitzen mit einem Meditationshocker inspiriert ist.

So zu Sitzen steht für eine relativ strenge, disziplinierte und sehr bewußte Haltung. Diese Strenge scheint mir nötig. Der Mensch ist ja auch in seinem Tageserleben sehr oft in anspruchsvolle, energetisch und psychisch schwer belastende Zustände involviert; da wieder herauszukommen wird nicht immer auf der Couch gelingen.

An der äußeren Form wichtig ist mir eigentlich nur das regelmäßige aufrechte Sitzen; langsam zu immer längeren Zeiten kommend; sich dabei geistig aller Aktivität zu enthalten; die Gedanken kommen und gehen zu lassen; vielleicht auch den Atem zu beobachten und sich im Solar Plexus zu zentrieren. Es stellt sich dabei eine Stillung oder Befriedung des weltlichen Denkens ein.

Das ist es, das zur Ruhe kommen. In dieser Ruhe entwickelt sich ein Bewußtsein des Ganzheitlichen Menschen, ein Bewußtsein seiner Gottnatur. Diese sich einstellende Stille des weltlichen Denkens zuzulassen ist mir wie eine Verneigung vor Gott; eine unbewußte Demutshaltung.

Die Substanz des illusionären, sich selbst reduzierenden Ichs, ist hauptsächlich in dieser Sphäre des weltlichen Denken lokalisiert. Wenn die Ruhe eintritt wird die Illusion erlöst und du wirst langsam Seines Reiches Gewahr.

Alle weitere Methaphysik um das Zazen ist vollkommen überflüssig, ja sogar schädliche Ablenkung. Diese Zuchfluchtsuche in des Menschen Gottnatur ist nicht einer bestimmten Religion zugehörig, aber Du erfährst selbst nach und nach ein genuines Verständnis für die mythologische oder religiöse Sphäre, also für das Reich Gottes.

Ja, wichtig ist mir noch das Sitzen mit nüchternem Magen, da kommst Du besser zur Ruhe.

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Was ist Gott? V 0.7
Ich möchte hier einmal sagen, dass es mir irrelevant erscheint über die Existenz von Gott zu diskutieren. Dazu gibt es ein ausuferndes Meer von Schriften und nicht endende Ströme von Diskussionen. Ich glaube, niemand kann tatsächlich sprachlich oder textuell von Gottes Existenz überzeugt werden; und falls doch, dann ist dieses Überzeugtsein wohl eher bedeutungslos. Wie es ja abertausende Menschen gibt, die zwar sagen und mitunter beteuern, sie glaubten an Gott, aber, sie haben keinerlei bewußten Anteil an einem Glaubensleben. Da ist Gott nichts anderes als ein sich Positionieren im Intellektaspekt des Menschen. Die von den Christen vielfach praktizierte Missionierung ist denn auch in meinem Verständnis eher ein intellektuelles Irritieren und Einfangen des Menschen durch Zuwendung und Liebe; mitunter aber auch durch Praktiken der psychologischen Manipulation.

Gott ist ein zentraler mythologischer Begriff, der das zur Sprache Bringen eines Lebenswelt- und Jenseitsverhältnisses ermöglicht; das nur verständlich wird, wenn man in die Gottnatur oder das Glaubensleben eingeht.

Diese Glaubensleben hat als ein Charakteristikum, dass es eine Lebenswelt ist, die jenseits des Intellekt lokalisiert ist, also dem intellektuellen Menschen erst erfahrbar wird, wenn er sich transzendiert; mit anderen Worten, wenn er seinen Intellekt ausschaltet oder zur Ruhe bringt, oder noch einmal anders gesprochen, wenn er sich und die Welt nicht mehr mit den Bildern seines Intellekt sieht und sich damit identifiziert.

Hier der Versucher einer Skizzierung des Essentiellen dieser Metaphysik, wie sie die Christen verstehen: Sie sehen sich darin als Kinder eines jenseits aller Vorstellungen omnipotenten Gottes. Gott ist in der Gemeinschaft seiner Kinder gegenwärtig. Sie sind des ewigen Lebens in seiner Liebe versichert; und haben Anteil an seinem Licht. Worum sie Gott bitten, das wird ihnen zuteil.

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Dynamik der Liebe V 1.0
Liebe Leser von Epiphanius' Wortbruch. Ich grüße Sie herzlich aus der Missionshütte der Mission für das deutschsprachige Europa und möchte sie heute morgen ein wenig auf die Spuren der Liebe setzen; sie ihnen so zu sagen schmackhaft machen. Meine Blogfreunde werden hier vielleicht etwas große Augen machen und womöglich auch mit den Ohren schlackern. Die Begrüßung mit der Mission ist natürlich nicht so ganz ernst gemeint. Ich habe diese mir aus täglichem Gebrauch lieb gewordene Formel von der seelischen und geistlichen Tankstelle im Internet entwendet und modifiziert: http://www.auftanken.de/. Damit ist aber nun auch gleich wieder Schluss und der nachfolgende Text authentisch reiner Epiphanius.

Hier nun mein Versuch an einer kleinen Dynamik der Liebe.

Suchet zuerst das Reich Gottes, dann wird euch alles gegeben.

Ohne die immer wieder erneuerte primäre Hinwendung zu Gott erlischt unsere Liebe, unsere Liebesfähigkeit.

Wir sind dann wie in einem Gefängnis in uns selbst und mit dem Partner.

In der Gottsuche schaffen wir einen Abstand zu uns selbst und zu unserem Partner.

In dieser Transzendenz erst können wir uns selbst wirklich akzeptieren und begreifen wie und was wir sind; in ihr erst können wir SEIN und einen Ruhepol finden, zur eigenen Ganzheit reifen.

Aus der Ruhe dieser Ganzheit erwächst uns die Fähigkeit den Partner als das zu erkennen was er ist, und zwar in einer Weise, die ihn selbst sich Selbst SEIN läßt, ihn nicht verbiegt.

Hier haben beide Partner Raum und Freiheit, hier lieben sie sich in der Liebe Gottes.

Und diese Liebe grenzt auch keinen anderen Menschen aus, sie hat keine Angst auch dem Bettler auf der Strasse zu begegnen, sie hat kein illusionäres Selbstbild mehr, sondern fühlt sich selbst in allen Menschen einschließlich der ganzen Schöpfung; hieraus erwächst das genuine Mitleid und Mitgefühl, dieses lässt sich auch nicht irritieren von dem eventuell aggressiven Verhalten eines Gegenüber.

Hier ein Konzept meines Verstehens der Liebe erweitert um den Aspekt der körperlichen Vereinigung.

In der Bibelsprache ist das dieses Ein Fleisch Werden zweier Menschen.
Es generiert eine sehr starke Partnerbindungen; welche sich ja auch damit erklären läßt, dass Kinder gezeugt werden und groß gezogen werden müssen.

Wenn diese körperliche Vereinigung, der Sex der Partner, nicht gerade in gewissen trantrischen Formen praktiziert wird, hat sie als Ergebnis, dass die Transzendenz oder Gottesnähe für ein Weile erlischt oder vermindert wird; die Partner sich also extrem nahe kommen auf kosten der Gottesnähe; das heißt also auf kosten der göttlichen Liebe.

Man merkt dies manchmal ganz eklatant daran, dass sich das Verhältnis der Partner zur Welt in einer Form ändert, die ein nun deutlich werdendes Getrenntsein von der gemeinschaftlichen Sphäre signalisiert. Ja, sich sehr körperlich liebende Paare werden oft sogar von der Umwelt befeindet.

Dieses Separatverhältnis durch die körperliche Liebe wird übrigens in dem christlichen Ritus der Eucharistie wieder aufgehoben. Das ist meiner Meinung nach ein Hauptaspekt dieses gewaltigen Mysteriums.

Ganz extrem sichtbar wird dieses Separationsphänomen auch durch die Praxis exzessiven Sexes. Da stürzen dann mythisch gesprochen alle Himmel ein; die Partner sehen sich plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass sie keine tragfähige seelisch psychische Basis mehr finden.

Aus dem Gesagten wird deutlich, dass es durchaus auch einen Sinn macht, weshalb die katholische Kirche von ihren Priestern das Zölibat fordert. Die Priester sollen ein ununterbroches Bewußtsein der Gottesliebe und damit dieser universellen Liebe zu ihrer Gemeinde leben. Das ist natürlich eine äußerst schwierige Forderung. Wer es jedoch schafft, der wird in dieser göttlichen Liebe so stark, dass er ein gewisses Charisma, eine Ausstrahlung, auch eine besondere Kraft und Einsicht in die mythologischen Sphären erlangt.

Mit freundlichen Grüßen aus Barwedelius verbleibe ich Ihr Epiphanius.

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Mythologisierung
Möchte hier mit dem Ansatz einer These zum Nachdenken und zur Diskussion anregen.

Wir leben heute in einem Kollektivgeist der durch Intellektualismus, Liberalismus und Rationalismus geprägt ist. Unsere mythologische oder religiöse Sphäre erscheint mir darin als geradezu amputiert. Von einer ethischen oder moralischen Grundhaltung des Bürgers wird heute nicht mehr ausgegangen.

Die Folge ist ein Zwang dazu immer mehr Lebensbereiche per Gesetz zu reglementieren und zu überwachen.

Hier beißt sich mir die Katze in den Schwanz; der so behandelte Bürger hört in der Folge auch immer weniger auf sein Gewissen und handelt nun vielfach nach der Devise, "was nicht verboten ist, ist erlaubt". Ganz eklatant sichtbar ist mir solches Verhalten in vielen Bereichen der Wirtschaft; sie hat eine alles pervertierende Schrittmacherfunktion in diesem Sinne.

Es ist ein Circulus vitiosus, die Gesetzgebungen und die Sicherheitsvorkehrungen und Überwachungen in dieser Endlosspirale weiterzudrehen. Der mir einzige Ausweg liegt in der Respektierung und Förderung des mythologischen Kerns des Menschen; seine religiösen Gefühle, seine Werte, seine Moral, seine Ethik, sein Gewissen, seine Würde zu achten und deren Differenzierung zu fördern; sie im jungen Menschen zu entwickeln.

Auch die bemerkenswerte Hysterisierbarkeit unserer Gesellschaft ist meiner Meinung nach bedingt durch diese Abkehr von der mythologischen Sphäre. Der Mensch lebt ohne sie nicht mehr im Vertrauensleben, er findet keine Kraft und Geborgenheit mehr, alles um ihn herum wird zur potentiell unsicheren und feindlichen Welt.

Die Forderung lautet denn auch, dass wir zu einer radikalen Umkehr finden müssen; zu einer geistigen, ethischen und moralischen Erneuerung, zu einer aufgeklärten sozialen Remythologisierung des Menschen.

Das heißt, unser Alltagsbewußtsein darf nicht nur von würdelosen unehrlichen Politiktheatern, Wirtschaftskrimminalität, und der endlosen Thematisierung von Problematiken, Fehlentwicklungen, Zukunftsängsten und Unzulänglichkeiten dominiert sein, sondern da müssen auch beispielhafte Lösungen, Zukunftsvisionen, die gute Nachricht, das rechte Tun, das beispielhafte Verhalten thematisiert werden. Die als richtig erkannten Ziele und Wege müssen mythologisch aufgeladen und geschickt verkauft werden. Das mobilisiert und belebt den Menschen. Warum gibt es keine Propaganda für die positiven Aspekte eines Europa? Warum gibt es keine Propaganda für ein friedliches und legitimiertes Zusammenleben der Staaten auf der Welt? Warum gibt es keinen Propagandafilm für eine zukunftsträchtige Ressourcenwirtschaft, für ein ökologisches Verhältnis der Menscheit zum Planeten? Ohne diese Vermythologisierung fehlt dem Menschen die Kraft. Nur Sex und Crime, Angst und Problematik schwächt ihn.

Des Menschen Geist ist ein Produkt der Gemeinschaft in der er aufwächst und lebt. Wenn sich nun alle darin als unabhängige Egoisten begreifen und nach dem Motto, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, ihre Ellenbogen schärfen und gleichzeitig paranoid nach Sicherheit rufen, dann läuft da etwas ganz böse schief.

Dieser aufbrechende Konflikt zwischen der fundamental islamischen Welt und dem Westen ist mir in der Essenz, der Konflikt zwischen mythologisch geprägtem Bewußtsein versus rationalistisch und intellektuell geprägtem Bewußtsein. Letzteres ist aus der Sicht des Ersteren der entkernte Mensch.

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Subliminale Botschaft
04.09.2006 05:33 Ein kleines virtuelles Jubiläum hier; der Statistikzähler wanderix.blog.de zeigte mir gerade 7777 Seitenaufrufe insgesamt. Was jedoch nicht stimmt. Im August gab es einen Tag, an dem außer bei diesem Block mindestens noch ein weiterer die vermutlich fehlerhafte Hitzahl von ca. 2800 registrierte. Trotzdem finde ich es etwas kitzelig, nun gerade bei dieser Zahl hier drauf zu schauen. Danke hierzu an die vielen freundschaftlichen Leser und Kommentatoren; letzteren sei auch gesagt, ihr schenkt mir Flügel und Inspiration.

Hatte keinen Schlaf finden könne; jenseits des Fensters brausten stürmische Böen den Wald auf. Meine beiden Katzen habe ich nun schon den zweiten Tag nicht mehr gesehen. Wo mögen sie stecken? Womöglich haben sie sich per WLAN ins Netz gehackt und mich auf diesem letzten Blog in jene langatmige Diskussion verwickelt. Wenn ich über deren Inhalt nachdenke komme ich nun zu dem Schluß, dass der tiefere Sinn sehr wohl gelautet haben könnte, ›du sollst Deine Kätzchen mehr lieben‹. Nun, in der noch schärferen Introspektion, erkenne ich da auch eine subliminale Botschaft, sie lautet .... kaufe uns nur das Katzenfutter von ... zensiert ... ich mache keine Schleichwerbung. Zu so früher Stunde liegt mir der Sinn auch noch nach einem kleinen Geständnis. Der aufrichtigen Worte sind ja so viele schon in diesem Blog. Es lautet ... in Seinem Tempel brennt ein beinahe ständiges Rauchopfer ... ich komme nicht davon weg, trotz Hilferuf im Gebet.

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