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Samstag, 2. September 2006
Heiligenkirmes
epiphanius, 21:49h
So ist denn auch der Rummel um die Heiligenbildnisse einmal zu beleuchten. Zahlreiche Stationen meiner Wanderjahren waren dies bezüglich von eine bitteren Desillusionierung geprägt. Die Konstellationen um Heiligenbildnisse und Wallfahrtsorte liessen mich diese dominant als hochprofitable Institute zur Spendenakquise erkennen.
Die ganz auf den Naivgläubigen abgestimmte süß theatralische Inszenierung eines Heiligentheaters mit anhängiger überbordender Paraphernalienwirtschaft und globaler Wallfahrtstourismusindustrie erscheint mir heute als ein abscheulicher instrumentalisierter Götzenkult.
Man könnte auch einwenden, die Kirche domestiziert hier ein großes, sonst vagabundierendes Bedürfnis. Diese Praxis ist ja über Jahrtausende erwachsen. Da war kein Kloster ohne ein Stück Holz von dem Kreuz oder dem Knochen oder Schweißtuch oder sonst Etwas eines Heiligen. Das bedeutete schon immer die Existenzsicherung und sie ist es ja auch noch, auch außerhalb; mein Beispiel hier die prosperierende Wunderwelt der Esoterik.
Jedes beispielhafte, gottesnahe Leben, dass von der Kirche post mortem zum Heiligen erklärt wird, wird so zu einem endlos sprudelnden Spendenquell veredelt.
Aber nicht nur die profitable Verklärung der Heiligen war mir Anstoß; auch die gloriose Inszenierung der Priesterschaft in manchen Kirchen sowie der Nonnen und Mönche in manchen Klöstern erschien mir als höchst suspekt. Ich fragte mich, mit welchem Recht wird hier Selbstverherrlichung betrieben. Das sind nicht Gottes Kleider! Ein positives Gegenbild durfte ich übrigens für ein paar Tage in der Communauté de Taizé erleben.
Da zündet sich mir auch die kritikale Frage, ob nicht solche Praxis sich selbst wieder ganz böse mit Bildern wie denen des Ablasshandels kompromittiert. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.
Hier subsumiert sich mir das innere Wirken der Religionssozietät zu der Überschrift eines noch zu schreibenden Buches: Die Kybernetik der Herzenseröffnung, der Mythologisierung, der herrschaftlichen Manipulierung und Schröpfung des Menschen.
Jesus, was hat man aus Dir gemacht!
Die ganz auf den Naivgläubigen abgestimmte süß theatralische Inszenierung eines Heiligentheaters mit anhängiger überbordender Paraphernalienwirtschaft und globaler Wallfahrtstourismusindustrie erscheint mir heute als ein abscheulicher instrumentalisierter Götzenkult.
Man könnte auch einwenden, die Kirche domestiziert hier ein großes, sonst vagabundierendes Bedürfnis. Diese Praxis ist ja über Jahrtausende erwachsen. Da war kein Kloster ohne ein Stück Holz von dem Kreuz oder dem Knochen oder Schweißtuch oder sonst Etwas eines Heiligen. Das bedeutete schon immer die Existenzsicherung und sie ist es ja auch noch, auch außerhalb; mein Beispiel hier die prosperierende Wunderwelt der Esoterik.
Jedes beispielhafte, gottesnahe Leben, dass von der Kirche post mortem zum Heiligen erklärt wird, wird so zu einem endlos sprudelnden Spendenquell veredelt.
Aber nicht nur die profitable Verklärung der Heiligen war mir Anstoß; auch die gloriose Inszenierung der Priesterschaft in manchen Kirchen sowie der Nonnen und Mönche in manchen Klöstern erschien mir als höchst suspekt. Ich fragte mich, mit welchem Recht wird hier Selbstverherrlichung betrieben. Das sind nicht Gottes Kleider! Ein positives Gegenbild durfte ich übrigens für ein paar Tage in der Communauté de Taizé erleben.
Da zündet sich mir auch die kritikale Frage, ob nicht solche Praxis sich selbst wieder ganz böse mit Bildern wie denen des Ablasshandels kompromittiert. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.
Hier subsumiert sich mir das innere Wirken der Religionssozietät zu der Überschrift eines noch zu schreibenden Buches: Die Kybernetik der Herzenseröffnung, der Mythologisierung, der herrschaftlichen Manipulierung und Schröpfung des Menschen.
Jesus, was hat man aus Dir gemacht!
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Großes Leben
epiphanius, 21:48h
Wir sind umgangssprachlich verstanden, mit einem freien Willen ausgestattet und mit der größten Intelligenz in der Schöpfung. Diese Intelligenz erlaubt uns das Differenzieren, z.B. in niedere Instinkte, egoistisches Verhalten, soziales Verhalten, Hass, Liebe, Gut und Böse, Pervers und Natürlich und so weiter.
Wir können die Folgen unseres Verhalten abschätzen; Fehlverhalten registrieren; von Gerechtigkeit und Liebe sprechen; von Gesetz und Ethik; vom Hypokratischen Eid ... Diesen intelligenten Willen nicht zum Wohl zu nutzen ist Selbstschädigung wie Fremdschädigung, im Extrem Tod oder Leben.
Die höhere Intelligenz denkt über sich hinaus. Sie erkennt auch, dass sie selbst ein Produkt des Aufwachsens in der Gemeinschaft, ein Produkt der Sozialisation in der Zivilisation ist. Das heißt, unser Geist ist essentiell ein Gemeinschaftsgeist, aus ihm heraus geboren.
Wer dies bejaht, ist Teil des großen Lebens, wer dies verneint und denkt, "nein, ich bin nur ich und etwas Besonderes, etwas getrennt Existentes, ich und meine Wünsche und Bedürfnisse stehen über Allem" der hat nicht mehr oder nur noch bedingt Anteil am großen Leben.
Unsere Religionsgründe sind mir im Grunde auch genau diese Feststellung. Sie stifteten die ersten Regeln des großen Gemeinschaftsgeistes und die Rituale der Bewußtmachung des Selben ... reduziert betrachtet zum Beispiel das Abendmahl, die Eucharistie und die Taufe.
Falls Dir das nachvollziehbar ist, liegt vielleicht auch der Schluss nicht ganz fern, das Politik ein Teil dieser großen Intelligenz, dieses größeren Lebens ist oder sein sollte.
Wir können die Folgen unseres Verhalten abschätzen; Fehlverhalten registrieren; von Gerechtigkeit und Liebe sprechen; von Gesetz und Ethik; vom Hypokratischen Eid ... Diesen intelligenten Willen nicht zum Wohl zu nutzen ist Selbstschädigung wie Fremdschädigung, im Extrem Tod oder Leben.
Die höhere Intelligenz denkt über sich hinaus. Sie erkennt auch, dass sie selbst ein Produkt des Aufwachsens in der Gemeinschaft, ein Produkt der Sozialisation in der Zivilisation ist. Das heißt, unser Geist ist essentiell ein Gemeinschaftsgeist, aus ihm heraus geboren.
Wer dies bejaht, ist Teil des großen Lebens, wer dies verneint und denkt, "nein, ich bin nur ich und etwas Besonderes, etwas getrennt Existentes, ich und meine Wünsche und Bedürfnisse stehen über Allem" der hat nicht mehr oder nur noch bedingt Anteil am großen Leben.
Unsere Religionsgründe sind mir im Grunde auch genau diese Feststellung. Sie stifteten die ersten Regeln des großen Gemeinschaftsgeistes und die Rituale der Bewußtmachung des Selben ... reduziert betrachtet zum Beispiel das Abendmahl, die Eucharistie und die Taufe.
Falls Dir das nachvollziehbar ist, liegt vielleicht auch der Schluss nicht ganz fern, das Politik ein Teil dieser großen Intelligenz, dieses größeren Lebens ist oder sein sollte.
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Heiligenverehrung
epiphanius, 21:47h
Worte hier zu der Heiligenverehrung an Bildnissen und Symbolen, wie sie in einigen Kirchen von Gläubigen auch mit der Hingabe des Küssens verbunden ist.
Als im weltlichem Leben aus der Mode gekommen, fällt mir dazu als Entsprechung nur noch eine Werbeanzeige ein, auf der ein junger Mann in frivoler Manier einen Fächer aus Geldscheinen küsst. Wer küßt außerhalb der katholischen oder orthodoxen Kirche noch welche Gegenstände? Ja, da wird vielleicht noch das Bild eines geliebten Menschen den Lippen zugeführt.
Werden außerhalb der Kirche noch andächtig Symbole oder Gegenstände verehrt ohne sie zu küssen? Nun, da sind wir mitten drin angekommen in unserer Zeit; der Mensch scheint einen immanenten Sinn dafür zu haben; da werden Geld, Auto, Image, Status, Uhren, Schmuck, Kleider, Computer, das Neue verehrt. Die Werbeindustrie ist der milliardenschwere Lude dieses Triebes.
Wenn ich in die Verehrung auch noch die medialen Repräsentationen der Schauspieler und Musiker einbeziehe, wird das Maß endgültig voll. Wir sprechen hier schon von Idolen, was ja in seinem sprachlichen Ursprung das Götzenbild heißt.
Wenn ich von der Annahme ausgehen, dass das Verehrungsangebot in den Kirchen der nahezu blinden Verehrungswut an Banalitäten in der Welt ein qualitativ höherwertiges und wichtigeres Gut entgegenstellt, so springt doch das enorme Ungleichgewicht der Präsenzen im Leben sofort ins Auge.
Es finden sich keine werbetechnisch optimierten, animierten multimedialen Ikonen in den Schaufenstern, im Fernsehen oder im Internet. Es finden sich kaum Filme religiösen Inhalts, deren Anstoß von einer Kirche ausgeht. Wiewohl die katholische Kirche in ihren herrlichen, mitunter gewaltigen Prunk- und Prachtbauten aus diesem Blickwinkel heraus zumindest für die Geschmäcker früherer Zeiten einmal ausgesprochen gut platziert gewesen sein musste. Aber, es gibt ja nun auch die Kirchengroßveranstaltungen; so zu sagen die Kirchenwoodstocks, auf denen auch ihre Symbolwelt verhandelt wird.
Ich möchte diese Art der Symbolverehrung in den Kirchen hier ein wenig unorthodox zurechtrücken; und zwar am Beispiel der Maria mit dem Jesuskinde.
Im Leben geht für mich von Mutter und Säugling eine ungeheure Ausstrahlung aus, ein Ergriffensein; sie sind mir von einer großen Gottesnähe, von Seiner Heiligkeit umhüllt, von Ihr beschützt und verklärt.
Ich meine, die Verehrung gebührt also nicht dem Erinnerungsbild an dieses Gotteserscheinen am Menschen sondern der konkreten Mutter mit ihrem Kinde; in dem eben auch Jesus als Erlöser aufscheint.
Darin das weltnahe Heil Gottes zu sehen und sie zu lieben und zu unterstützen und zu beschenken ... wie es ja auch natürlicherweise vielfach geschieht ... daran zu erinnern, das ist es, meine ich, was das Heiligenbild in der Kirche dem Menschen sein sollte.
Analoges gilt wohl für all die anderen Heiligen ... nicht das Bildnis ist zu verehren sondern es gilt das Symbolisierte, das Beispiel der verwirklichten Gottesnähe im Leben zu suchen.
Als im weltlichem Leben aus der Mode gekommen, fällt mir dazu als Entsprechung nur noch eine Werbeanzeige ein, auf der ein junger Mann in frivoler Manier einen Fächer aus Geldscheinen küsst. Wer küßt außerhalb der katholischen oder orthodoxen Kirche noch welche Gegenstände? Ja, da wird vielleicht noch das Bild eines geliebten Menschen den Lippen zugeführt.
Werden außerhalb der Kirche noch andächtig Symbole oder Gegenstände verehrt ohne sie zu küssen? Nun, da sind wir mitten drin angekommen in unserer Zeit; der Mensch scheint einen immanenten Sinn dafür zu haben; da werden Geld, Auto, Image, Status, Uhren, Schmuck, Kleider, Computer, das Neue verehrt. Die Werbeindustrie ist der milliardenschwere Lude dieses Triebes.
Wenn ich in die Verehrung auch noch die medialen Repräsentationen der Schauspieler und Musiker einbeziehe, wird das Maß endgültig voll. Wir sprechen hier schon von Idolen, was ja in seinem sprachlichen Ursprung das Götzenbild heißt.
Wenn ich von der Annahme ausgehen, dass das Verehrungsangebot in den Kirchen der nahezu blinden Verehrungswut an Banalitäten in der Welt ein qualitativ höherwertiges und wichtigeres Gut entgegenstellt, so springt doch das enorme Ungleichgewicht der Präsenzen im Leben sofort ins Auge.
Es finden sich keine werbetechnisch optimierten, animierten multimedialen Ikonen in den Schaufenstern, im Fernsehen oder im Internet. Es finden sich kaum Filme religiösen Inhalts, deren Anstoß von einer Kirche ausgeht. Wiewohl die katholische Kirche in ihren herrlichen, mitunter gewaltigen Prunk- und Prachtbauten aus diesem Blickwinkel heraus zumindest für die Geschmäcker früherer Zeiten einmal ausgesprochen gut platziert gewesen sein musste. Aber, es gibt ja nun auch die Kirchengroßveranstaltungen; so zu sagen die Kirchenwoodstocks, auf denen auch ihre Symbolwelt verhandelt wird.
Ich möchte diese Art der Symbolverehrung in den Kirchen hier ein wenig unorthodox zurechtrücken; und zwar am Beispiel der Maria mit dem Jesuskinde.
Im Leben geht für mich von Mutter und Säugling eine ungeheure Ausstrahlung aus, ein Ergriffensein; sie sind mir von einer großen Gottesnähe, von Seiner Heiligkeit umhüllt, von Ihr beschützt und verklärt.
Ich meine, die Verehrung gebührt also nicht dem Erinnerungsbild an dieses Gotteserscheinen am Menschen sondern der konkreten Mutter mit ihrem Kinde; in dem eben auch Jesus als Erlöser aufscheint.
Darin das weltnahe Heil Gottes zu sehen und sie zu lieben und zu unterstützen und zu beschenken ... wie es ja auch natürlicherweise vielfach geschieht ... daran zu erinnern, das ist es, meine ich, was das Heiligenbild in der Kirche dem Menschen sein sollte.
Analoges gilt wohl für all die anderen Heiligen ... nicht das Bildnis ist zu verehren sondern es gilt das Symbolisierte, das Beispiel der verwirklichten Gottesnähe im Leben zu suchen.
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Das Geistlich Arm
epiphanius, 21:46h
DIE BERGPREDIGT Kapitel 5,3: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Dieses Wortkonstrukt des "geistlich arm" der Bibel finde ich schwer verständlich. Viele fragen sich unwillkürlich ob da nun die in ihrer geistigen Entwicklung Zurückgebliebenen gemeint sind. Ich denke ja, sicher auch; jedoch beginne ich dieses „geistlich arm“ nun zunehmend folgendermassen zu verstehen ...
Und zwar als eine Demutshaltung, die bedeutet, ich identifiziere mich nicht mit meinen intellektuellen Fähigkeiten, sondern begreife sie als ein Geschenk, als eine temporäre Gnade. Die Seligkeit ist der gestillte Intellekt, das Schweigen und zur Ruhe kommen des weltlichen Denkens. Diese Stille ist Demut, Gnade, Jenseits, die Gottesnähe; das sich anlegen lassen der himmlischen Kleider; die Heiligung des Geistes, das sich zum Gefäß machen für die Inspiration. Sie mag insofern eine aktive Handlung sein, als ich mich ihr hingeben kann; in der Stillen Zeit, in der Meditation, im Gebet, im Sabbat, im Fasten, in einer Zeit des Nicht Handeln oder einer Pilgerfahrt.
Wer dies nicht beachtet, kann sich noch so vielen intelligenten Büchern widmen, er wird sich damit jedoch nur immer schwerer belasten und nicht mehr als weltliche Weisheiten erlangen.
Glauben ist mir in diesem Verständnis weniger die verbale Aussage, „ja, ich glaube an Gott“, sondern, das Glaubenswerk. Es ist seiner Natur nach wohl immer ein Handeln, das den Rahmen des weltlichen Denkens überschreitet. Zum Beispiel darin, etwas zu tun, was im alltäglichen Leben als nicht abgesichert und so mit persönlichem Risiko verbunden ist ... oder auch ein großes Opfer bedeutet ... dies zu tun, weil ich es als meine Gewissenforderung, als einen inneren Ruf oder als die ethische Entscheidung erachte.
Der Feigenbaum ohne Früchte ist mir am ehesten noch ein Gleichnis für den Menschen, der keine Glaubenswerke vollbringt.
Ich kann mich an eine sehr lebendige, improvisierte Bibellektion im Gemeinschaftsraum des Jaffa Hostel im alten Jerusalem erinnern. Ric, der Referent, war ein messianischer Jude aus Südamerika. Er erzählte unter Anderem, er habe in seinen Schriftstudien herausgefunden, dass das Holz des Feigenbaumes einstmals für den Altar benutzt wurde.
Wäre es nicht ein wunderschönes Bild, die Gaben auf dem Altar Gottes im Menschen, als aus seinen Glaubenswerken bestehend zu begreifen?
Dieses Wortkonstrukt des "geistlich arm" der Bibel finde ich schwer verständlich. Viele fragen sich unwillkürlich ob da nun die in ihrer geistigen Entwicklung Zurückgebliebenen gemeint sind. Ich denke ja, sicher auch; jedoch beginne ich dieses „geistlich arm“ nun zunehmend folgendermassen zu verstehen ...
Und zwar als eine Demutshaltung, die bedeutet, ich identifiziere mich nicht mit meinen intellektuellen Fähigkeiten, sondern begreife sie als ein Geschenk, als eine temporäre Gnade. Die Seligkeit ist der gestillte Intellekt, das Schweigen und zur Ruhe kommen des weltlichen Denkens. Diese Stille ist Demut, Gnade, Jenseits, die Gottesnähe; das sich anlegen lassen der himmlischen Kleider; die Heiligung des Geistes, das sich zum Gefäß machen für die Inspiration. Sie mag insofern eine aktive Handlung sein, als ich mich ihr hingeben kann; in der Stillen Zeit, in der Meditation, im Gebet, im Sabbat, im Fasten, in einer Zeit des Nicht Handeln oder einer Pilgerfahrt.
Wer dies nicht beachtet, kann sich noch so vielen intelligenten Büchern widmen, er wird sich damit jedoch nur immer schwerer belasten und nicht mehr als weltliche Weisheiten erlangen.
Glauben ist mir in diesem Verständnis weniger die verbale Aussage, „ja, ich glaube an Gott“, sondern, das Glaubenswerk. Es ist seiner Natur nach wohl immer ein Handeln, das den Rahmen des weltlichen Denkens überschreitet. Zum Beispiel darin, etwas zu tun, was im alltäglichen Leben als nicht abgesichert und so mit persönlichem Risiko verbunden ist ... oder auch ein großes Opfer bedeutet ... dies zu tun, weil ich es als meine Gewissenforderung, als einen inneren Ruf oder als die ethische Entscheidung erachte.
Der Feigenbaum ohne Früchte ist mir am ehesten noch ein Gleichnis für den Menschen, der keine Glaubenswerke vollbringt.
Ich kann mich an eine sehr lebendige, improvisierte Bibellektion im Gemeinschaftsraum des Jaffa Hostel im alten Jerusalem erinnern. Ric, der Referent, war ein messianischer Jude aus Südamerika. Er erzählte unter Anderem, er habe in seinen Schriftstudien herausgefunden, dass das Holz des Feigenbaumes einstmals für den Altar benutzt wurde.
Wäre es nicht ein wunderschönes Bild, die Gaben auf dem Altar Gottes im Menschen, als aus seinen Glaubenswerken bestehend zu begreifen?
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